Pearl Harbor
An der Südseite der Hawaii-Insel Oahu gelegen, diente Pearl Harbor während des Zweiten Weltkrieges als Hauptstützpunkt des amerikanischen Flottenverbandes im Pazifik.
Am Morgen des 7. 12. 1941 kam es vor dem eigentlichen Angriff des japanischen Flottenverbandes schon zu einem Seegefecht zwischen einem amerikanischen Zerstörer und einem der Aufklärung dienendem japanischen U-Boot. Anschließend wurde von amerikanischer Seite eine Angriffsmeldung ausgegeben und per Radar ein größerer Luftverband vor der Bucht entdeckt. Dieser wurde jedoch fälschlicherweise für einen Bomberverband der eigenen Streitkräfte gehalten. Durch diesen Irrtum konnte sich der japanische Flugverband dem Stützpunkt, auf dem ungefähr 100.000 amerikanische Soldaten stationiert waren, unbehelligt nähern.
Gegen 8 Uhr morgens wurden die im Hafen ankernde amerikanische Schlachtflotte und die umliegenden Flugfelder ohne offizielle Kriegserklärung seitens der japanischen Regierung von circa 360 Kampfbombern angegriffen, die zu einer Flotte von sechs Flugzeugträgern, drei Kreuzern, neun Zerstörern, drei U-Booten, acht Tankschiffen und zwei Schlachtkreuzern gehörten. Nach drei großen Angriffswellen durch Torpedoflugzeuge, Bomber und Sturzkampfbomber, die von Jägern geschützt wurden, bot sich gegen 9.45 Uhr auf dem Stützpunkt ein Bild der Zerstörung. Im Verlauf des etwa dreistündigen Überraschungsangriffs wurde etwa drei Viertel der Pazifikflotte der USA durch die Japaner vernichtet und für ein Jahr außer Gefecht gesetzt. Insgesamt wurden 21 Schiffe, darunter 8 Schlachtschiffe, 3 Kreuzer, 3 Zerstörer und 323 Flugzeuge zerstört oder beschädigt. Die menschlichen Verluste auf amerikanischer Seite beliefen sich auf ungefähr 2400 Mann; zusätzlich wurden etwa 1100 Soldaten verletzt. Auf japanischer Seite fielen durch das Überraschungsmoment des Angriffs die Verluste mit circa 55 gefallenen Piloten und Besatzungsmitgliedern der Marine ungleich geringer aus. Auch musste die japanische Flotte lediglich den Verlust von 29 Flugzeugen und 5 Zwei-Mann-U-Booten beklagen.
Trotz der schweren Verluste auf amerikanischer Seite wurde das eigentliche Ziel des japanischen Flottenchefs Yamamoto, die Vernichtung der drei modernen amerikanischen Flugzeugträger, verfehlt, da sich diese am Tag des Angriffs nicht in Pearl Harbor befanden. Hinzu kam, dass statt der anvisierten Treibstofflager und Marinewerften lediglich kleinere Hangars und Depots getroffen wurden.
Der Angriff stellte die Eröffnung des japanisch-amerikanischen Krieges und damit den Kriegseintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg dar. Zugleich bedeutete er aber auch eines der größten Desaster der amerikanischen Kriegsgeschichte und wurde fortan nur noch als „Day of Infamy“ (Tag der Niedertracht) bezeichnet. Strittig ist bis heute geblieben, warum der Stützpunkt nur unzureichend gegen einen Angriff gesichert war, besonders da der amerikanische Geheimdienst angeblich von unmittelbar bevorstehenden Angriffsplänen der Japaner Kenntnis besaßen. Besonders schwere Kritik richtete sich gegen den amerikanischen Präsidenten Roosevelt, dem man den Vorwurf machte, trotz des Wissens um die Angriffspläne der Japaner seine Informationen nicht weitergeleitet und somit die Lage unterschätzt zu haben.
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