Stockholm Syndrom
Fälschlicherweise auch als „Helsinki-Syndrom“ bezeichnet.
Das Stockholm Syndrom beschreibt einen im erstem Moment absurd anmutenden psychologischen Prozess: Opfer einer Entführung oder Geiselnahme bauen zu ihren Entführern bzw. Geiselnehmern eine positive emotionale Beziehung auf, sie solidarisieren sich ausgerechnet mit den Menschen, die für ihre Notlage verantwortlich sind. Als Gefahr wird nicht mehr in erster Linie der Entführer wahrgenommen sondern die potenziellen Befreier, z.B. die Polizei, die den Entführer an einer Flucht hindern. Das kann soweit gehen, dass sich Opfer in die Täter verlieben, Mitleid fühlen und ihnen helfen, ihre Ziele zu erreichen. Je länger eine Geiselnahme andauert, umso wahrscheinlicher entwickelt sich ein Vertrauensverhältnis zwischen Opfern und Tätern.
Benannt wurde dieses Syndrom nach einem Banküberfall in Stockholm am 23. April 1973, bei dem ein junger Mann vier Menschen als Geiseln nahm. Neu war die außerordentlich grosse Medienaufmerksamkeit, das Fernsehen berichtete live vom Tatort, die Angst der Geiseln wurde offen gezeigt. Diese schienen mehr Angst vor den Folgen eines Eingreifens der Polizei zu haben als vor dem Entführer - was damals für ein noch nie zu beobachtendes Phänomen gehalten wurde.
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