Schlacht an der Somme
An der nordfranzösischen Somme-Front fand vom 24. Juni bis zum 26. November 1916 die bis dato verlustreichste Schlacht des Ersten Weltkriegs statt, in dessen Verlauf ungefähr 500.000 deutsche, 200.000 französische und 500.000 britische Soldaten ihr Leben verloren.
Planungen zu einer Offensive der Alliierten an der Somme bestanden schon seit dem Dezember 1915. Diese sollte als Entlastungsangriff für die Schlacht von Verdun dienen und zusammen mit der Brussilow-Offensive an der Ostfront die deutsche Armee in einen Zweifrontenkrieg verwickeln und letztendlich zermürben. Die Hauptlast des Angriffs musste dabei die britische Armee tragen, da die Franzosen für einen eigenen Angriff zu geschwächt waren. Am 24. Juni 1916 eröffnete die britische Artillerie ein Dauerfeuer, das die deutschen Verteidigungsstellungen zerschlagen und den eigenen Angriff vorbereiten sollte. Doch durch den kalkhaltigen Boden der Verteidigungslinie hatten die Deutschen tiefe Unterstände und unterirdische Festungen gebaut, die für die alliierte Artillerie nahezu unzerstörbar waren. Nach einem fast einwöchigen (!) Beschuß der Abwehrstellungen gingen am 1. Juli 1916 20 britische und 11 französische Divisionen zum Angriff auf die vermeintlich zerstörten deutschen Stellungen über. Doch die Artillerie hatte den gut verschanzten Verteidigern nicht schwerwiegend zusetzen können, so dass die Offensive besonders für die britische Armee zum Desaster wurde. Die Welle für Welle vorstürmenden Infanterieeinheiten im deutschen MG-Feuer brachen zusammen. Bereits am ersten Tag der Offensive zählten die Briten bei nur geringen Geländegewinnen 60 000 Mann an Opfern.
Nachdem deutlich wurde, dass der anvisierte alliierte Durchbruch gescheitert war, kamen die Kampfeshandlungen am 5. Juli 1916 vorerst zum Erliegen.
Am 20. Juli 1916 starteten die Alliierten jedoch eine zweite Offensive, bei der sie auf die Überlegenheit ihres Materials (Flugzeuge, Geschütze, Munition) bauten. Zwar gelang es ihnen, einen weiteren Geländegewinn zu erzielen, doch die weiterhin zäh kämpfenden deutschen Verteidiger verhinderten abermals einen entscheidenden Durchbruch. Die dritte Angriffswelle wurde nach wochenlangem Einsatz von schwerer Artillerie am 24. August 1916 begonnen und sollte um jeden Preis den endgültigen alliierten Durchbruch bringen, da auch in der Öffentlichkeit angesichts der hohen Verluste der Erfolgsdruck auf die Angreifer zunahm.
Der Zermürbungskrieg fand seinen Höhepunkt in den Offensiven Mitte September 1916, bei dem auf alliierter Seite zum ersten Mal Panzer eingesetzt wurden, die jedoch aufgrund ihrer Schwerfälligkeit und dem durch starke Regenmassen aufgeweichten Boden im Gelände stecken blieben. Auch diesmal blieb die Offensive in dem verschlammten Gelände, das so gut wie keinen Bewegungskrieg mehr zuließ, stecken. Trotz des offensichtlichen Misserfolges der Offensive wurden die Großangriffe bis Mitte November 1916 fortgesetzt; erst Ende November 1916 wurde die Operation eingestellt.
Trotz der geschätzten 2,5 Millionen eingesetzten Soldaten, der absoluten Materialüberlegenheit und den hohen Verlusten war es den alliierten Kräften in der fünfmonatigen Schlacht einzig gelungen, einen Geländegewinn von circa 35 Kilometern Breite und 12 Kilometern Tiefe zu verzeichnen. In der deutschen Kriegspropaganda wiederum wurde die Schlacht als Abwehrerfolg und Sieg der deutschen Armee gefeiert. Allerdings wurde anhand der Schlacht deutlich, dass die Alliierten, vor allem wegen der Lieferungen aus den USA, eine materielle Überlegenheit erzielt hatten, die sich auch auf das zukünftige Geschehen auswirken würde.
Seit Ende des Ersten Weltkrieges wird jährlich von verschiedenen Verbänden aus mehreren Ländern an die Schlacht erinnert, die aus der Retrospektive auch als „englisches Verdun“ bezeichnet wird.
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