Stummfilm

Die ersten Filme wurden Ende des 19. Jhs. in den USA, England, Frankreich und Deutschland und einigen anderen Ländern gezeigt. Sie waren nur ein paar Minuten lang und wurden auf Jahrmärkten und in Vaudeville-Shows gezeigt. Sie standen in der Tradition der Laterna Magica und des populären Melodrams. Die Vorführung dieser Filme, die Anfang des 20. Jhs. schon eine durchschnittliche Länge von 1/2 bis 1 Stunde erreichten, wurde begleitet von einem Filmerklärer und manchmal auch einem Pianisten, der auf ein Repertoire von Melodien, so genannte Cue Sheets zurückgriff, um die dargestellten Ereignisse und Emotionen zu begleiten. Später wurden außerdem Pianolas eingesetzt, die als eine frühe Version der Musikbox verschiedene Filmmusiken mit vier oder mehr Instrumenten mit Hilfe von Lochplatten und Walzen abspielten. Für besondere Filme wurden eigene Partituren angefertigt (The Big Parade, 1925), die von einem Orchester gespielt werden konnten. Gut ausgestattete Lichtspielhäuser leisteten sich Filmorgeln wie die "große Wurlitzer", auf denen die unterschiedlichsten Instrumente und Geräusche in hervorragender Qualität von nur einem Pianisten gespielt werden konnten. Diese Künstler waren in den 20er und 30er Jahren so berühmt wie die Schauspieler, da sie häufig nicht nur hervorragende Interpreten waren, sondern auch die Effekte, die auf diesen Orgeln hervorgebracht werden konnten, gezielt zur Untermalung des Filmes einsetzten. So war die Vorführung des Stummfilmes zu seiner Zeit niemals stumm, sondern wurde dies erst, als die Begleitung durch die Filmmusiker und Instrumente durch den aufkommenden Tonfilm verdrängt wurden.

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