Francis Ford Coppola

Beruf:
Produzent, Regisseur, Autor, Schauspieler
geboren:
7. April 1939, Detroit, Michigan, USA
gestorben:
Biografie:
Kontroverser Regisseur und Produzent, dessen herausragende Leistungen sich in einer Serie von Kritiker-Erfolgen und zeitweiligen Kassendesastern widerspiegeln.

Der Sohn eines Komponisten und einer Schauspielerin war der erste einer neuen Generation von Regisseuren, die in den 60er Jahren über Filmschulen in die Industrie kamen und nicht wie viele zuvor über Studioarbeit oder Hollywoodkontakte. Er studierte ursprünglich Theater an der Hofstra Universität, besuchte dann aber die UCLA, um mehr über den Film zu lernen. Die Praxis lernte er in seiner Ausbildung bei Roger Corman kennen, wo er sich als Drehbuchdoktor mühte, Ton synchronisierte und Film schneiden lernte. Sein erstes Regie-Engagement für Corman war "Dementia 13" (1963), der in nur drei Tagen in Irland gedreht wurde. Sein Abschlussfilm an der UCLA, der teilweise komische "You're a Big Boy Now" (1966) wurde von Warner Bros. gekauft, deren Manager so beeindruckt waren, dass sie ihm sogleich die alleinverantwortliche Regie für "Finian's Rainbow" (1968)übertrugen - es wurde sein erster großer Flop.

Coppolas nächster Anlauf war der bedeutend weniger teure und eher persönliche "The Rain People"(1969). In dieser Zeit arbeitete er nebenher als Drehbuchautor an etwa einem Duzend Bücher, darunter das 1966er "Is Paris Burning?" und "Patton" (1970), für den er den Oscar für das Beste Drehbuch erhielt. Mit "The Godfather" (1972) schaffte er den Aufstieg aus den Reihen der jungen, talentierte Regisseure in den Rang eines Top-Regisseurs. Die Mafiafamilien-Saga wurde zu einem der größten Kassenerfolge der Kinogeschichte und brachte ihm den zweiten Oscar für Bestes Drehbuch sowie seine erste Nominierung für Bester Regisseur ein.

Mit dem 1974er Doppelerfolg von "The Godfather - Part II" und "The Conversation" - beide nominiert für für das Beste Drehbuch und als Bester Film (beide Preise gingen an "Godfather II") stieg Coppola zum wichtigsten Regisseur Hollywoods auf. Sein nächstes Projekt jedoch - das gigantische "Apocalypse Now" (1979) - drohte ihn zu zerbrechen sowohl finanziell als auch mental. Weniger ein Vietnam-Film als eine existentialistische Parabel war dieser enorm teure Film ein künstlerischer Triumph (Oscar Nominierung für Bester Film) jedoch nur ein mäßiger Kassenerfolg. Coppolas Zoetrope Studios, eingerichtet nach dem neuesten Stand der Technik konnten noch gerade vor dem Konkurs gerettet werden.

Um seine Reputation und finanzielle Stabilität zu retten, drehte er eine Reihe kommerziell orientierter Filme. Eine Stratgie, die im Fall von "Black Stallion" (1979) aufging, doch bei seinen Adaptionen von S.E. Hintons Teenager Gruselfimlen wie "The Outsiders" oder "Rumble Fish" (beide 1983) fehlschlug. Zwei weitere "Comeback"-Filme, der schwerfällige "One From the Heart" (1982) und der skandalträchtige "Cotton Club" (1984) zeigten Coppolas meisterhafte Beherrschung von Filmtechniken, schafften es aber im ersten Anlauf nicht ihre Kosten wieder einzuspielen. Dem Klatsch und Tratsch der Kino-Gemeinde zufolge, soll Coppola zur dieser Zeit gesagt haben, er "habe es verloren".

Seitdem dreht er in sehr unregelmäßiger Folge Filme, die vom unvergesslichen "Peggy Sue Got Married" (1986) bis zum weniger erwähnenswerten "Gardens of Stone" (1987) reichen. Die folgende Filmbiografie "Tucker: The Man and His Dream" (1988) betrachten manche als autobiografische Parabel, in der sich der Regisseur mit dem idealistischen Automobildesigner der 40er identifizierte. Seine Episode "Life without Zoe" in dem Film "New York Stories" (1989) war die peinliche, selbstverleugnerische Übung eines "Home-Movie-als-Massen-Entertainment".

Schließlich gab er dem kommerziellen Druck nach und stimmte zu "The Godfather III" (1990) zu drehen, in dem er nochmals seine Brillianz aufflackern ließ und der damit zum besten seiner Filme der letzten Jahre wurde - Oscar Nominierungen für die Kategorien Bester Film und Bester Regisseur waren die Folge.
Sodann entschloß er sich mit "Bramstroker Dracula" (1992) ein völlig anderes Projekt anzugehen.Einen Film, in dem jeder erdenkliche Kunstgriff angewandt wurde, um maximalen visuellen Eindruck zu erzielen. Der Erfolg ließ ihn den Nachfolger "Mary Shelley's Frankenstein" (1994) produzieren mit Kenneth Branagh als Regisseur. Ferner produzierte er "Wind" (1992) and "The Secret Garden" (1993).

Darüber hinaus war er ausländischen Regisseuren behilflich, ihre Filme in America herauszubringen, wie z.B. Wim Wenders oder Akira Kurosawa. Und er kümmerte sich darum, Abel Gances Meisterwerk "Napoleon" von 1927 in einer restaurierten Fassung dem amerikanischen Publikum bekannt zu machen.
Alias:
Thomas Colchart
Francis Coppola
Literatur:
Erläuterung:
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