Biografie:
"Don't you f-in' look at me!" Mit diesen Worten meldete sich Dennis Hopper, dessen Karriere in den 70er und 80er Jahren ins Stocken geraten war, als Inbegriff der Bedrohung der amerikanischen Mittelklasse eindrucksvoll zurück. Der Film war David Lynchs gefeierter Thriller “Blue Velvet” (1986). Auch wenn Hoppers beängstigende Darbietung als Schurke Frank Booth möglicherweise in der Folge dazu führte, dass er ein paar Mal zu oft in “Psycho-Rollen” zu sehen war, so kündigte sie jedoch das veritable Comeback eines Künstlers an, dessen Talent häufig falsch eingesetzt wurde (Sowohl von ihm als auch anderen). Als junger Mann in den 50er Jahren spielte er eine Reihe kleinerer Rollen, zweimal in James Dean-Filmen (1955 „Rebel Without a Cause“ und 1956 „Giant“, den Hopper als Freund und Mentor betrachtete). Nachdem er in den 60er Jahren langsam zu Nebenrollenn und Gastauftritten in Fernsehdramen aufrückte, bekam der „Method Actor“ schnell das Etikett „schwierig“ angeheftet. 1967 begann er mit Roger Corman zusammen zu arbeiten und trat in Cormans spektakulärem „The Trip“ auf.
Neben der Leinwand war Hopper ein aktiver Teil der Pop Art Explosion dieser Zeit, sowohl als sachkundiger und bereitwilliger Sammler als auch in der Rolle eines fotografischen Chronisten der Szene. Seine Bücher und Ausstellungen zeigen, dass er ein hervorragender Fotograf war, dem faszinierende Objekte zur Verfügung standen. 1969 war er Regisseur, Co-Autor und Hauptdarsteller in “Easy Rider”, dem ultimativen Film der Gegenkultur, der an der Kasse und bei der Kritik ein Riesenerfolg wurde (das Skript wurde für einen Oscar nominiert). Im Anschluss an den Erfolg führte er bei dem gewagten, selbstreflexiven und eigenwilligen „The Last Movie“ (1971) Regie – ein krachender Fehlschlag, der ihn weiter vom Hollywood-Establishment entfremdete. Von da an waren seine Leinwandauftritte halbherzig und höchst unterschiedlich. Wie er selbst sagt, watete er während der 70er durch einen Morast von Drogen und Alkohol. In Francis Coppolas “Apocalypse Now” (1979) schien er einfach nur high zu sein, obwohl er auch in diesem Zustand fähig war, solide Arbeit abzuliefern wie z.B. seine vielschichtige Darbietung in Wim Wenders „The American Friend“ (1977).
Nachdem er die frühen 80er damit verbrachte hatte, wieder clean zu werden, sprach er für „Blue Velvet“ vor, indem er Lynch anrief und ihm erzählte, „Ich bin Frank Booth". Seitdem arbeitet er stetig, sowohl als Schauspieler (er spielte die unterschiedlichsten Rollen, darunter ein Oscar-nominierter Auftritt als betrunkener in “Hoosiers” (1986) und als ausgebrannter Ex-Hippie in „Flashback“ von 1990) als auch als Regisseur (er bewies solides Handwerk als Mainstream-Regisseur mit dem 1988er „Colors“ und fesselnden visuellen Style sowie schwarze Ironie mit dem Erotik-Thriller „The Hot Spot“ 1990). Für die Interpretation seiner Rolle in “Paris Trout” (1991) erntete er großes Anerkennung. Zu aller Erstaunen spielte er 1993 in “True Romance” (1993) als Christian Slaters Vater, den normalsten, durchschnittlichsten Typen der Welt.
Filme:
1955: I Died a Thousand Times 1957: Gunfight at the O.K. Corral, Sayonara 1958: From Hell to Texas 1963: Night Tide 1965: The Sons of Katie Elder 1967: Cool Hand Luke, The Glory Stompers 1968: Hang 'em High 1969: True Grit 1973: Kid Blue 1976: Tracks 1980: Out of the Blue (auch Reigie), 1983: The Osterman Weekend, 1983: Rumble Fish, 1985: My Science Project, 1986: The Texas Chainsaw Massacre 2, 1987: O.C. & Stiggs, Black Widow, The Pick-up Artist, River's Edge, Straight to Hell, 1989: Backtrack (auch Regie), 1990: Chattahoochee, 1993:Boiling Point, Super Mario Bros., Red Rock West, 1994: Chasers (als Regisseur), Speed, 1995: Search and Destroy, Waterworld, 1996: Basquiat.
Apocalypse Now (1979) .... Photo Journalist
... aka Apocalypse Now Redux (2001)
Sayonara (1957) (uncredited) (voice) .... Voice of airman interviewing Major Lloyd Gruver