Biografie:
Vincent Sherman begann seine Karriere 1933 als Schauspieler. Nach einigen Engagements am Broadway kam er im selben Jahr noch nach Hollyoood, wo er Rollen unter anderem in dem John Barrymore-Streifen Counsellor-at-Law bekam. Nach einigen kleineren Rollen wechselte er gegen Ende des Jahrzehnts hinter die Kamera und drehte ab 1939 für die Gesellschaft Warner Brothers ein Reihe von unprätentiösen B-Movies. Seinen Durchbruch hatte er 1942 mit dem Melodrama The Hard Way. Seine größte Herausforderung war die Fertigstellung von Old Acquaintance, in dem Bette Davis und Miriam Hopkins befreundete Schriftstellerinnen spielen, die sich wegen eines Mannes streiten. Die Dreharbeiten waren von Beginn an turbulent. Norma Shearer lehnte die Hauptrolle neben Bette Davis ab. Miriam Hopkins übernahm den Part und vom ersten Tag stritten die Stars sich ohne Unterlass, so dass der erste Regisseur Edmund Goulding einen Herzinfarkt bekam. Sherman schaffte es, den Film zu beenden. In den Folgejahre stieg Sherman zu einem der Hausregisseure des Studios auf. Am bekanntesten sind heute die drei Filme, die Sherman unmittelbar hintereinander mit Joan Crawford drehte. Angefangen mit The Damned Don't Cry von 1950. Kurze Zeit später verließ Sherman sein Studio und seine Karriere schwand rasch dahin. In späteren Jahren war er viel im Fernsehen beschäftigt. In dem Buch People Will Talk des Filmhistorikers John Kobal gab Sherman ein tiefgründiges Interview, in dem er besonders auf die Zusammenarbeit mit zwei so unterschiedlichen Stars wie Joan Crawford und Bette Davis einging. Er starb knapp einen Monat vor seinem 100. Geburtstag in Los Angeles.