Biografie:
Ruzowitzky studierte Theaterwissenschaft und Geschichte an der Universität Wien und drehte mehrere Musikvideos, zum Beispiel für 3-o-Matic („Hand in Hand“), N’Sync („Tearin’ Up My Heart“) oder Stefan Raab („Ich mache nur noch Volksmusik“).
1996 lieferte er mit dem Spielfilm "Tempo" sein – mit dem Max-Ophüls-Preis ausgezeichnetes – Regie- und zugleich auch Drehbuchdebüt ab. Es folgte mit dem Film "Die Siebtelbauern" ein von der Kritik gelobtes Drama im bäuerlichen Milieu des Mühlviertels in der Zwischenkriegszeit, das mit einigen internationalen Filmpreisen bedacht wurde. Ruzowitzky führte dann bei den deutschen Thrillern "Anatomie" und "Anatomie 2" Regie.
2007 stellte Ruzowitzky bei der Berlinale 2007 seinen neuen Film "Die Fälscher" vor. Dieses KZ-Drama traf auf wohlwollendes Echo der Kritik. Im selben Jahr wurde Ruzowitzkys Drama als offizieller österreichischer Beitrag für die Nominierung um den besten fremdsprachigen Film bei der Oscar-Verleihung 2008 ausgewählt. Die Nominierung aus 63 nicht englischsprachigen Produktionen durch die Academy erfolgte am 22. Jänner 2008. Der Film konnte sich bei der 80. Oscarverleihung am 24. Februar 2008 erfolgreich gegen die Auslandskonkurrenz durchsetzen. Im Oktober 2008 erhielt Ruzowitzky in Agrigent (Sizilien) den internationalen Preis Efebo d’Oro (Goldener Ephebe) und wurde damit für "Die Fälscher" geehrt.
Ab Oktober 2013 hatte er gemeinsam mit Ursula Strauss die Präsidentschaft über die Akademie des Österreichischen Films inne.
Bei der Netflix-Serie "Barbaren" fungierte er bei der zweiten Staffel als Showrunner und führte bei vier der insgesamt sechs Episoden auch Regie.
Filmografie (Auswahl):
1994: Montevideo (TV Comedy)
1996: Tempo
1998: Die Siebtelbauern
2000: Anatomie
2001: Die Männer Ihrer Majestät
2003: Anatomie 2
2007: Die Fälscher
2009: Hexe Lilli – Der Drache und das magische Buch
2012: Cold Blood – Kein Ausweg. Keine Gnade. (Deadfall)
2013: Das radikal Böse
2017: Die Hölle – Inferno
2018: Patient Zero
2019: 8 Tage
2020: Narziss und Goldmund
2021: Hinterland
Auszeichnungen (Auswahl):
1997: Saarbrücken / Förderpreis Langfilm für "Tempo"
1998: Rotterdam / Bester Film für "Die Siebtelbauern"
1998: Flanders Film Festival / Bester Film für "Die Siebtelbauern"
1998: Preis des saarländischen Ministerpräsidenten für "Die Siebtelbauern"
1998: Valladolid / Silberne Ähre für "Die Siebtelbauern"
2007: Nominierung für den Goldenen Bären für "Die Fälscher"
2007: Kulturpreis der Stadt Klosterneuburg
2008: Ehrenring der Stadt Klosterneuburg
2008: Goldener Rathausmann der Stadt Wien
2008: Kulturmedaille des Landes Oberösterreich
2008: Romy in der Kategorie TV-Moment des Jahres für den Oscar als Bester fremdsprachiger Film für "Die Fälscher"
2017: Romyverleihung 2017 – Auszeichnung in der Kategorie Beste Regie Kinofilm für "Die Hölle – Inferno"
2023: Ehrenmitglied des Creativ Clubs Austria (CCA)