Biografie:
Nach einer überragenden Karriere auf Bühne und Leinwand wurde Anthony Hopkins endlich durch die fesselnde Rolle kannibalischen Hannibal Lecter in „Das Schweigen der Lämmer“ (1991) breite öffentliche Anerkennung zuteil – und er erhielt für die Rolle den Oscar als Bester Schauspieler. Obwohl seine leise, gelassene Ausstrahlung und seine ruhige Stimme auf typisch englische Zurückhaltung schließen lassen, ist Hopkins gerade dann am besten, wenn er dieses Image weit hinter sich lässt. Es stimmt zwar, als netter, ehrlicher Arzt in „The Elephant Man“ (1980) war er sehr überzeugend, aber noch überzeugender war als verstörter Bauchredner in „Magic“ (1978) und natürlich als Lecter. Diese Darbietung war von der Art, die sich in den Köpfen der Zuschauer für immer festsetzt. Und Hopkins hat Glück, dass er die Rolle erst so spät in seiner Karriere übernahm, sonst ginge es ihm wohlmöglich wie Anthony Perkins mit Norman Bates.Ausgebildet wurde er am Cardiff College of Drama, so dass er reichlich Bühnenerfahrung besass, bevor er das erste Mal vor der Kamera stand. Dort spielte er zunächst Nebenrollen in ausgesuchten Filmen, darunter „The Lion in Winter“ (1968) und „Hamlet“ (1969). Sein Output an Filmen in den 70ern war beträchtlich und darüber hinaus spielte er noch in zahlreichen Fernsehfilmen, ein ungewöhnlicher Zug für einen klassisch ausgebildeten britischen Schauspieler. Bereits mit “Magic” (1978) zeigte er eine Vorliebe für exzentrische Rollen. In den 80ern tauchte er zwar nicht unter, aber seine Auftritte in kleineren Produktionen wie “84 Charing Cross Road” und “The Good Father” (beide 1987) wurden kaum bemerkt, während seine Auftritte in so banalen Filmen wie „A Change of Seasons“ (1980) und in der TV-Miniserie "Hollywood Wives" deutlich auffallender waren. Dabei war es keinesfalls so, dass er keine guten Rollen mehr bekam. Er gewann einen Emmy Award für “The Lindbergh Kidnapping Case” (1976), in dem er Bruno Hauptmann spielte, und einen weiteren für „The Bunker“ (1981), in dem er Hitler verkörperte. 1984 spielte Hopkins die dominierende Rolle des Captain Bligh in “The Bounty”, ein groß angekündigtes Remake, das an der Kasse versagte. Nach dem „Schweigen“ wurde er zu einem der begehrtesten Schauspieler uns spielte in “Freejack”, “Howards End”, “Bram Stoker's Dracula“ (als Vampirjäger Dr. Van Helsing) und „Chaplin“, alle 1992. Für “The Remains of the Day” (1993) wurde nochmal für einen Oscar nominiert.
Filme:
1969: “The Looking Glass War”, 1971: “When Eight Bells Toll”, 1972: “Young Winston”, 1973: “A Doll's House”, 1974: “The Girl From Petrovka”, “Juggernaut”, “All Creatures Great and Small” (TV-Film), 1976: “Dark Victory”, “Victory at Entebbe” (beide TV-Filme), 1977: “Audrey Rose”, “A Bridge Too Far”, 1978: “International Velvet”, 1981: “Peter and Paul”, 1982: “The Hunchback of Notre Dame” (TV-Film), 1985: “Mussolini: The Decline and Fall of Il Duce” (TV-Film), 1988: “The Tenth Man” (TV-Film), “A Chorus of Disapproval”, 1990: “Desperate Hours”, 1992: “The Efficiency Expert”, 1993: “Shadowlands”, 1994: “Legends of the Fall”, “The Road to Wellville”, 1995: “The Innocent”, 1996: “Surviving Picasso”, 1998: "Meet Joe Black" , 2001: "Hannibal"
Erläuterung:
Mussolini: The Decline and Fall of Il Duce (1985) (TV) .... Count Galeazzo Ciano
... aka Mussolini and I (1985) (TV)
Arch of Triumph (1985) (TV) .... Dr. Ravic
Bunker, The (1981) (TV) .... Adolf Hitler
... aka Bunker, Le (1981) (TV) (France)
Bridge Too Far, A (1977) .... Lieutenant Colonel John Frost