Biografie:
In den 20er und 30er Jahren feierte Norbert Schultze mit seinen Chansons und seiner Oper „Schwarzer Peter“ erste Erfolge. Mit 25 Jahren gelang ihm dann der Coup seines Lebens: Zu einem relativ einfachen, etwas sentimentalen Gedicht von Hans Leip komponierte er eine ebenso einfache, volkstümliche Melodie - der Schlager "Lili Marleen" war geboren. Goebbels verbot das Lied zunächst, weil er befürchtete, dass die sentimentale Grundstimmung wehrkraftzersetzend sein könnte. Aber bald stellte sich heraus, dass genau diese Portion Sentimentalität in den Schützengräben unerlässlich war. Das Propagandaministerium gab den Titel frei. Norbert Schultze, der sich selbst stets als „unpolitisch“ bezeichnete, gehörte plötzlich zur Prominenz des „Dritten Reichs“ und komponierte Filmsätze und Melodien für politisch inspirierte Liedtexte. Im Laufe der NS-Zeit schrieb er 25 propagandistische „Lieder der Nation“ und vertonte 15 Spiel- und Werbefilmen der Nationalsozialisten. 1945 untersagten ihm die Alliierten weitere Arbeiten. 1948 begann er jedoch wieder zu texten und komponieren.
Literatur:
Schultze, Norbert. Mit dir, Lili Marleen. Lebenserinnerungen des Komponisten Norbert Schultze. Eine persönliche zeitgeschichtliche Dokumentation. Atlantis Musikbuch, 1996.
ISBN: 3-254-00206-7.