Henry Fonda

Geboren als:
Henry Jaynes Fonda
Beruf:
Schauspieler, Produzent
geboren:
16 May 1905, Grand Island, Nebraska, USA
gestorben:
12 August 1982, Los Angeles, California, USA
Biografie:
Die Begriffe, die amhäufigsten mit Henry Fonda assoziert werden, sind Ehrlichkeit und Integrität. Diese Eigenschaften verlieh er den Rollen, die er spielte. Die stehen aber auch für seine Auffassung von Schauspielerei. Stets wirkte er glaubhaft, zu keiner Zeit hatte der Zuschauer den Eindruck er spiele eine Rolle bloß.

Aufgewachsen in Omaha als Sohn eine Druckers, verfolgte Fonda zuerst eine Zeitungskarriere schrieb sich an University of Minnesota für Journalismus ein. Nach zwei Jahre stieg er aus und begann zu arbeiten. Kurze Zeit später verscuhte er sich in Amateur Theatergruppen. Schließlich schmiss er seinen Bürojob hin und arbeitete ganztags am Omaha Commnity Playhouse. 1928 traf er mehrere Mitgleider der University PLayers Group, die ihn überzeugten, sich ihnen anzuschließen. In der Gruppe spielten spätere Theatergrößen wie Joshua Logan, Mildred Natwick, Margaret Sullavan und James Stewart. Mehrere Jahre blieb er bei der Truppe. Er heiratete Sullavan 1931. Nur zwei Jahre darauf liessen sie sich wieder scheiden. 1934 schaffte er es an den Broadway und nachdem er seinen ersten grossen Erfolg als ländlicher Romeo in "The Farmer takes a Wife" (1935) gelandet hatte, wurde nach Hollywood eingeladen, um dieselbe Rolle im Film an der Seite von Janet Gaynor zu spielen.

Der schlaksige, leise sprechende Fonda traf besonders beim amerikanischen Publikums des Mittleren Westen genau den richtigen Ton. Er erinnerte sie an sie selbst. Er spielte ländliche Jugendliche in einigen weiteren Filmen, darunter "Way Down East" (1935), "The Trail of the Lonesome Pine" (1936, sein erster Technicolorfilm) und "Sliim" (1937). Doch um sich nicht auf diesen Typ festlegen zu lassen, nahm er auch gerne andere Angebote an. Mit seiner Ex-Frau Sullavan spielte er in "The Moon's Our Home" (1936), einer lahmen Screwball comedy, mit Sylvia Sidney in "You Only Live Once" (1937, Regie Fritz Lang), ein Bonnie-und-Clyde-ähnlichen Thriller, mit Madeleine Carroll in "Blockade" (1938), einer politisch orientierten Romanze zur Zeit des Spanischen Bürgerkriegs, mit Barbara Stanwyck in "The Mad Miss Manton" (1938), einer Screwball-Comedy-Mystery, und mit Bette Davis in "Jezebel" (1938), einem Drama über den Alten Süden.

Seine zwei Jahre bei 20th Century Fox brachten seine Karriere weiter voran. Er nahm einige Nebenrollen neben bekannten Stars an, z.B. "Jesse James" (1939, in dem er Jesses Bruder Frank spielt), mit Don Ameche in "The Story of Alexander Graham Bell" (1939) sowie mit Alice Faye in "Lillian Russell" (1940) und viele andere mehr.

Regisseur John Ford gebürt das Verdienst Fondas Stil des amerikanischen Jedermanns entwickelt zu haben. Er besetzte den Star für das Kolonialdrama "Drum along Mohawk" und gab ihm dann die Titelrolle in "Young Mr. Lincoln" (1939) und liess ihn schließlich den ungeschickten Okie in Steinbecks "Früchte des Zorn" (1940) spielen. Durch diese Darbietung legte Fonda, ob absichtlich oder nicht, die wesentliche Züge des einfachen Amerikaners dar: stark aber sanft, unabhängig aber gemeinschaftsorientiert, pragmatisch aber optimistisch, mit beiden Füssen auf dem Boden der Tatsachen und stark im Glauben. Er wurde für einen Oscar nominiert, musste sich aber seinem Freund Jimmy Stewart mit "The Philadelphia Story" geschlagen geben.

Nachdem er in “The Return of Frank James” und “Chad Hanna” (beide 1940) gespielt hatte, wurde er an Paramount ausgeliehen, wo er die Hauptrolle in Preston Sturges “The Lady Eve” (1941), allerdings unter der Bedingung, dass er ohne mit der Wimper zu zucken, die trockensten Komödien und die grössten Trottel spielen könne. Er spielte auch komische Rollen in “The Male Animal” und “The Magnificent Dope” (beide 1942), aber es war doch wieder ein Drama, “The Ox-Bow Incident” (1943), dass ihm eine seiner bekanntesten Rollen bescheren sollte. Zum Western kehrte er nach seiner Zeit bei der Navy (Auszeichnung mit dem Bronze Star und eine „Presidential citation”) wieder zurück, um die Legende Wyatt Earp in John Fords “My Darling Clementine” zu spielen. Ford ignorierte den historischen Earp weitgehend und liess Fonda spielen, der eher an die stoischen Westernhelden erinnerte, die Ford schon in der Stummfilmära favorisiert hatte. Das Ergebnis war ein klassisches Gesinnungsstück, das immer noch als ein Meilenstein des Westerngenres gehandelt wird.

Mit Ford arbeitete Fonda auch wieder in dem 1947er “The Fugitive”, einem grüblerischen Drama in Mexico, sowie in „Fort Apache“ (1948), einem Kavalerie-gegen-Indianer-Streifen. Andere Nachkriegs-Engagements wie “Daisy Kenyon” und “The Long Night” (1947) waren weniger spannend. Wenngleich James Stewart und er großen Spaß an einem Teil von “On Our Merry Way” (1948) hatten, so fand Fonda doch größere Befriedigung auf der Bühne in einem Stück, das er besonders zu schätzen lernte, "Mister Roberts”. Später, 1955, kam er für einen Film darauf zurück, doch zu seiner Verärgerung sollte die Kinoversion viele komische Pferdeszenen beinhalten, die zu einem bitteren und nicht wieder gutzumachenden Streit zwischen ihm und Regisseur John Ford führten, so dass Mervyn LeRoy den Film zu Ende drehen musste. Wie so viele Männer, die auf der Bühne und im Film verkörperte, war auch Marineoffizier Roberts ein Mann absoluter Integrität. Ein Charakterzug, den das Publikum für den Rest seines Lebens mit Fonda verbinden würde – kein Wunder, dass er so oft US-Präsidenten spielte.

Nach seinem Triumph in der Filmversion von “Mister Roberts” machte seine Filmkarriere einen raschen Sprung nach oben.Allein 1957 die Stimme der vernunft in dem packenden Justizdrama “Die 12 Geschworenen”, einen zu Unrecht beschuldigten Räuber in Alfred Hitchcocks “The Wrong Man” und einen Kopfgeldjäger in „The Tin Star“. Danach spielte er eine seiner ausgefeiltesten Rollen als verliebter Theaterproduzent in “Stage Struck” (1958, ein Remake von Katharine Hepburns “Morning Glory”). Es sollten noch einige gute Rollen folgen, wie etwa in “The Best Man“ und „Fail-Safe“ (beide 1964), neben Lucille Ball in der Familienkomödie „Yours, Mine and Ours“ (1968). Aber allzu viele von Fondas 60er Jahre Filme boten ihm lediglich bessere Nebenrollen oder wenig einfallsreiche Hauptrollen: “Advise and Consent”, “How the West Was Won”, “The Longest Day” (alle 1962), “Spencer's Mountain” (1963), “Sex and the Single Girl” (1964), “The Rounders”, “In Harm's Way”, “Battle of the Bulge” (alle 1965), “A Big Hand for the Little Lady” (1966), “Welcome to Hard Times” (1967), “Madigan” (1968).

Nichts konnte seine eiskalte Darbietung als angeheuerter Killer in Sergio Leones “Once Upon a Time in the West” (1968) toppen. Er spielte noch zweimal im Cowboy-Outfit, 1970 in “There was a Crooked Man...” und “The Cheyenne Social Club” und beschränkte sich danach auf wenig anspruchsvolle Gastauftritte in “Midway” (1976), “Tentacles”, “Rollercoaster” (beide 1977), “The Swarm” (1978), “City on Fire Meteor” (beide 1979), sowie einer Reihe von Fernsehfilmen: „The Red Pony“ (1973) und „Gideon's Trumpet“ (1980). Sein letzter Kinofilm war der bewegende “On Golden Pond” (1981), produziert von Tochter, damit sie noch ein Mal zusammen spielen konnten. Die Rolle des häkelnden, alten Mannes, der gegenüber seiner erwachsenen Tochter unnachgiebig bleibt, brachte ihm seinen einzigen Oscar ein.
Fonda spielte in den TV-Serien "The Deputy" (1959-61) und "The Smith Family" (1971-72), sowie duzenden anderen Shows. Ferner trat er als Erzähler für Filme und Dokumentationen in Kino und Fernsehen in Erscheinung. 1978 erheilt er den Life Achievement Award des American Film Institutes.


Filme:
Grande attacco, Il (1977) .... General Foster
... aka Battle Force (1977)
Midway (1976) .... Admiral Chester W. Nimitz
Mussolini: Ultimo atto (1974) .... Cardinal Schuster
... aka Last Days of Mussolini, The (1974)
Too Late the Hero (1970) .... Captain John G. Nolan
Battle of the Bulge (1965) .... Lieutenant Colonel Daniel Kiley
In Harm's Way (1965) .... CINCPAC II [Admiral Chester W. Nimitz]
Longest Day, The (1962) .... Brigadier General Theodore Roosevelt Jr.
War and Peace (1956) .... Pierre Bezukhov
Immortal Sergeant (1943) .... Corporal Colin Spence
It's Everybody's War (1942) .... Narrator
Battle of Midway, The (1942) (voice) .... Narrator
Blockade (1938) .... Marco
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