Marlon Brando

Beruf:
Schauspieler, Regisseur
geboren:
3 April 1924, Omaha, Nebraska, USA
gestorben:
1 July 2004, Los Angeles, California, USA
Biografie:
Marlon Brando ist bereits seit den 50er Jahren eine Hollywood-Ikone. Von vielen wird der rätselhafte Superstar als der größte Schaupieler Americas angesehen. Sein unverkennbarer, naturalistischer "Method-Acting-Stil" machte ihn zu einem der einflussreichsten Figuren des Kinos und ebnete vielen seiner Nachfolger wie James Dean, Paul Newman oder Robert De Niro den Weg.

Bereits als Jugendlicher stand Brando in dem Ruf "schwierig" zu sein, er flog von mehreren Schulen darunter auch eine Militärakademie. Angestoßen von seinen Vater doch endlich seinen Weg zu finden, folgte er seiner Muse nach New York. Dort studierte er Stanislavskys Schauspiel-Techniken an der New School, bevor er sich beim Actor's Studio einschrieb, um mit Lee Straßberg und Stella Adler zu arbeiten. Brando wandte sein "Method-Training" auf einige Rollen seiner Sommeraufführungen an und erhielt dadurch hervorragende Kritiken, die ihm sein erstes Broadway Engagement in "I Remember Mama" einbrachten. Weitere gefeierte Aufführungen folgten, darunter seine bahnbrechende Interpretation des Stanley Kowalski in Tennessee Williams' "A Streetcar Named Desire" (1947).

Sein Leinwanddebüt feierte er mit "The Man" (1950). Für seine Rolle als verbitterter Querschnittsgelähmter bereitete er sich vor, indem er einen Monat im Bett einer Veteranenklinik verbrachte. Im folgenden Jahr gab er ein weiteres Mal den Kowalski, dieses Mal für Elia Kazans Filmadaption des "Streetcar named Desire" und erhielt dafür die erste von vier aufeinander folgenden Oscar-Nominierungen als Bester Hauptdarsteller (die weiteren waren 1952 für "Viva Zapata!", 1953 für "Julius Caesar" und 1954 für "On the Waterfront". Obwohl er für seine denkwürdige Darbietung des missverstandenen Rebellen in "The Wild One" (1954) nicht nominiert wurde, erhielt er dennoch einen Oscar für seine Arbeit in Kazans "Waterfront" (auch 1954). Sein vielschichtiges Porträt des Terry Malloy, einem heruntergekommenen Boxer, der zum Gang-Anführer und Polizei-Informant wird, ist bis heute ein Meilenstein des amerikanischen Kinos.

In typischer Manier liess Brando seinem Erfolg mit "Waterfront" eine Reihe von Rollen folgen, die gegen seinen Typ waren. In "Guys and Dolls" (1955) versuchte er sich im Musical mit dem Gesangspart des Sky Masterson. Mit "The Teahouse of the August Moon" (1956) machte er den gewagten Versuch, in die Rolle eines japanischen Übersetzers zu schlüpfen, der homosexuell zu sein scheint. "Sayonara" brachte ihm 1957 eine weitere Oscar-Nominierung. In "The Young Lions" (1958) spielte er einen Nazi-Offizier, während er 1959 in "The Fugitive Kind", wieder eine Tennesee Williams Adaption einen Landstreicher darstellte.

Sein Debüt als Regisseur machte er 1961 mit dem Film "One-Eyed Jacks", einem ambitionierten jedoch konfusen Anti-Western. Nach der Veröffentlichung des aufgeblasenen Remakes von "Die Meuterei auf der Bounty" 1962 (in der Brando Clark Gables Rolle Fletcher Christian verkörperte), dessen Kosten während der Dreharbeiten geradezu explodierten, begann sein guter Ruf Schaden zu nehmen. Das lag nicht zuletzt an Brandos launenhafter Neigung zu "inspirierter" Improvisation und seinen peinlich genauen Versuchen die "perfekte Stimmung" zu erzeugen.

In den nächsten Jahren unternahm Brando einige Ausflüge in Komödie, so z.B. in "Bedtime Story" (1964) und in Charlie Chaplins misslungener "Countess from Hong Kong" (1967), ein Film, der seine Karrier fast beendete.

Ende der 60er Jahre war Brando eine beinahe vergessene Person. Mit so sonderbaren und ungewöhnlichen Filmen wie "Reflections in a Golden Eye" (1967) and "Burn!" (1969) stellte er sich so weit außerhalb des Mainstreams, dass er für die Rolle des Mafia-Bosses Vito Corleone zunächt zum Vorsprechen antreten musste. Diese bemerkenswerte Darbietung in "Godfather" (1972) brachte ihm nicht nur seinen zweiten Oscar ein, sondern stellte auch seinen angekratzten Ruf wieder her. Seine schlechten Manieren behielt er allerdings bei: er schickte eine junge Frau in Indianerkostüm, um die Auszeichnung abzulehnen und verlieh damit seinem Unmut über die Behandlung der amerikanischen Ureinwohner Ausdruck. Er kam noch zu einer weiteren Oscar Nominierung für seine Arbeit an "Last Tango in Paris" (1973), in dem er einen mittelalten Mann spielt, der eine sexuelle Beziehung zu einem jungen Unbekannten beginnt.

Nach diesen beiden wegweisenden Darbietungen arbeitete Brando weniger regelmäßig. Er spielte in brillianten (Apocalypse Now, 1979) und eher simplen Filmen (Superman 1978, The Formula 1980), was ausschließlich davon abhing, ob die Produzenten bereit waren, seine exorbitanten Honorare zu bezahlen. Er waurde ein weiteres Mal Oscar-nominiert für "A Dry White Season" und spielte in "The Freshman" (1990) eine Persiflage seines Vito Corleone. Weitere Filme sind: "Christopher Columbus: The Discovery" (1992, as Torquemada) und "Don Juan DeMarco" (1995). Bei all seinen Exzentrizität bleibt Brando einer der kraftvollsten, fesselnsten und überraschensten Schauspieler der Filmgeschichte.



Apocalypse Now (1979) .... Colonel Kurtz
... aka Apocalypse Now Redux (2001)
Morituri (1965) .... Robert Crain
... aka Saboteur, Code Name Morituri, The (1965) (UK)
Young Lions, The (1958) .... Lieutenant Christian Diestl
Sayonara (1957) .... Major Lloyd Gruver USAF
Alias:
Literatur:
Erläuterung:
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