Juraj Herz

Beruf:
Regisseur
geboren:
4 September 1934 in Kezmarok, Czechoslovakia
gestorben:
8 April 2018 in Prague, Czechia
Biografie:
Juraj Herz kam sehr früh mit den Tragödien des Kriegs in Verbindung, als er im Alter von 9 Jahren mit seinen Eltern ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert wurde. Sowohl er als auch seine Eltern überlebten den Aufenthalt in den Konzentrationslagern und diese Erfahrung würde die zukünftigen Werke von Herz stark prägen. Nach einem Studium in Regie und Schauspiel begann Herz seine Regisseurkarriere im Theater Semafor, wo er ebenfalls als Darsteller arbeitete. Sein Filmdebüt hatte er bei den Prager Barrandov Filmstudios, wo er 1965 sein Debüt mit dem Kurzfilm "Die gesammelten Rohheiten" hatte, welcher auf ein Buch von Bohumil Hrabal basierte. Seinen ersten Durchbruch erzielte er mit der schwarzen Komödie "Der Leichenverbrenner" im Jahr 1969, welcher als bester ausländischer Film bei den Oscars nominiert wurde. Jedoch wurde der Film nach der Premiere von der kommunistischen Regierung in der Tschechoslowakei aufgrund der "Kritik am Konformismus" verboten. Dennoch war der Film weiterhin sehr erfolgreich im Ausland. Ebenfalls ist Juraj Herz für seine Kinder- und Märchenfilme der 1980er und 1990er-Jahre bekannt. Unter anderem führte er Regie bei den Märchenfilmen zu "Galoschen des Glücks", "Des Kaisers neue Kleider" oder "Der Froschkönig". Zudem beschäftigen sich viele seiner Filme mit der Auseinandersetzung des Holocausts, welche er oft in Thriller - oder Horrorfilmen einbaut. So spielt sein 1986 erschienener Film "Mich überfiel die Nacht" im KZ Ravensbrück, wohin Herz als Kind nach seinem Aufenthalt in Auschwitz deportiert wurde. "Habermann", der letzte Film, bei welchem Herz Regie führte, befasst sich mit dem Schicksal der Sudetendeutschen in der Tschechoslowakei während der Besatzung der Nazis.
Er verstarb am 04. April 2018 im Alter von 83 Jahren in Prag.

Filmographie (Auswahl):
- 1965: Die gesammelten Rohheiten (Kurzfilm)
- 1969: Der Leichenverbrenner
- 1978: Die Schöne und das Ungeheuer
- 1978: Das neunte Herz
- 1981: Der Autovampir
- 1986: Galoschen des Glücks
- 1986: Mich überfiel die Nacht
- 1991: Der Froschkönig
- 1994: Des Kaisers neue Kleider
- 2010: Habermann
Alias:
Literatur:
Erläuterung:
Filme anzeigen