Carlos Saura

Geboren als:
Carlos Saura Atarés
Beruf:
Regisseur, Autor, Schauspieler, Produzent, Kameramann
geboren:
4 January 1932, Huesca, Aragon, Spain
gestorben:
Biografie:
Carlos Saura wurde 1932 als Sohn eines Rechtsanwalts und einer Pianistin geboren. Inzwischen zählt er seit Jahrzehnten zu den wichtigsten und einflussreichsten Regisseuren Spaniens. Mit 18 Jahren bereits ein anerkannter professioneller Fotograf, schrieb er sich 1953 an der Filmhochschule in Madrid ein, an der er bis 1963 als Dozent bleiben sollte. Nach einigen Kurzfilmen und einem mittellangen Dokumentarfilm drehte er 1960 seinen ersten abendfüllenden Spielfilm "Die Straßenjungen" über eine Gruppe Halbstarker, die der Armut entfliehen wollen, indem sie mit Raubüberfällen einem von ihnen die Ausbildung zum Stierkämpfer ermöglichen wollen. Der Film scheint eher vom italienischen Neorealismus beeinflusst; erst später adaptierte Saura viel vom Surrealismus Luis Buñuels in seinem eigenen Werk. Obwohl der Film beim Filmfestival Cannes lief, fand er erst zwei Jahre später einen Verleih.

Erst mit seinem dritten Spielfilm "Die Jagd" gelang Saura der internationale Durchbruch. Wie später viele seiner weiteren Filme diente der metaphernreiche Psychothriller über eine Jagdgesellschaft, die sich schließlich gegenseitig umbringt, als Allegorie auf Männlichkeitsrituale und die Unmoral des spanischen Bürgertum unter dem faschistischen Franco-Regime. Für Die Jagd wurde Saura bei den Berliner Filmfestspielen mit dem Silbernen Bären für die Beste Regie ausgezeichnet.

Sauras Reputation stieg mit Film zu Film, wobei die strengen Zensurbestimmungen den liberalen Filmemacher dazu zwangen, Gesellschaftskritik hinter einem fein gesponnen Netz aus Symbolen, Träumen, Hinweisen und Parabeln zu verstecken.

Wichtig war für Saura dabei sicherlich die Zusammenarbeit mit dem Produzenten Elias Querejeta, der ihn unterstützte und förderte, sowie mit Geraldine Chaplin, mit der Saura einige Jahre zusammenlebte und die in seinen Filmen (u. a. Züchte Raben und Elisa, mein Leben) ihre vielleicht besten Rollen spielte.

Weitere Auszeichnungen gewann Saura u. a. für "Peppermint Frappé" (Silberner Bär, Filmfestspiele in Berlin, Beste Regie), die sexuelle Studie eines tödlich endenden Dreiecksverhältnisses, für "Cousine Angélica" (Jury Preis Filmfestspiele in Cannes), die bittere Bilanz der spanischen Geschichte seit dem Bürgerkrieg, für "Züchte Raben" (Spezialpreis der Jury, Filmfestspiele in Berlin), das entlarvende Porträt einer spanischen Patrizierfamilie, für "Los Tempo!" (Goldener Bär, Filmfestspiele in Berlin), einen ergreifenden semi-dokumentarischen Spielfilm über eine jugendliche Straßenbande in einer trostlosen Trabantenstadt Madrids.

Für seinen wohl bekanntesten Film, das farbenfrohe und emotionsgeladene Tango-Spektakel "Carmen" erhielt Saura einen BAFTA. Carmen ist der zweite Teil einer Musical-Trilogie (mit Bluthochzeit und Liebeszauber), die Saura mit dem Tänzer und Choreographen Antonio Gades entwickelte und die viel dazu beitrug, Saura den Ruf des wohl spanischsten aller spanischen Regisseure einzubringen.
(www.dem.de)

weitere Filme:
1966: "La Caza"
1967: "Peppermint Frappé"
1976: "Cría cuervos"
1981: "Deprisa, deprisa"
1983/I: "Carmen"
1998: "Tango"
1999: "Goya"
Alias:
Literatur:
Erläuterung:
Filme anzeigen