Biografie:
Er galt als der "starke, ruhige Typ", dieser große, lakonische Darsteller, der für Hollywood Heroismus so definierte, wie es viele andere Schauspieler nie vermochten. Viele seiner Charaktere, ob nun absichtlich oder nicht, waren schwer zu erregende Zeitgenossen, eher friedlichen Lösungen zugeneigt, aber nicht ängstlich, wenn es darum geht, Recht mit Gewalt durchzusetzen. Cooper war College-Abgänger (und kurzzeitig Zeitungs-Karikaturist), seine Reitkünste durch harte Schule während seiner Jugend in Montana erworben, brachten ihn zum Film, zunächst als Statist in Hollywood Western, dann als elfstündigen Ersatzmann für die zweite männliche Hauptrolle in Henry King's "The Winning of Barbara Worth" (1926). Hier schaffte es der schlacksige junge Mann, viele der Szenen zu schnappen, die er sich mit Matinee-Idol Ronals Colman teilte - ein nicht unwesentlicher Erfolg, der Paramount dazu veranlasste ihn unter Vertrag zu nehmen.
Anfangs unterstützte er viele der Topstars des Studios - Clara Bow in "It" (1927) und "Children of Divorce" (1927), Bow, Richard Arlen und Buddy Rogers in dem Oscarprämierten Film "Wings" (1927)- bevor er durch Paramounts Programm-Western wie "Arizona Bound", "Nevada" und "The Last Outlaw" (1927) selbst ein Star wurde. Zusammen mit Colleen Moore in "Lilac Time" und Nancy Carroll in "Shopworn Angel" spielte er zwei erfolgreiche Dramen, deren Handlung im Ersten Weltkrieg spielte. Mit dem Aufkommen des Tonfilms verfeinerte Cooper seinen schweigsamen Westerntypus. In "The Virginian" (1929) sprach er kaum, außer es gab wirklich etwas zu sagen, wie den berühmten Satz "Lächle, wenn du mich so nennst.", den er dem fluchenden Bösewicht Walter Huston entgegenzischte. 1930 spielte er in "The Texan" und "A Man From Wyoming" (und nahm darüber hinaus auch an der Paramount-Allstar-Parade teil), bevor er sich in Legionärskluft mit der exotischen Marlene Dietrich unter sengender marokkanischer Sonne in der "Legion der Verdammten" wiederfand und sich vom Westerngenre wegbewegte. Auch wenn Cooper oft schüchterne oder zurückhaltende Charaktere spielte, war sein Verhalten neben der Leinwand alles anderes als das. Seine Affairen mit Bow, Lupe Velez und anderen waren zahlreich und allgemein bekannt.
Cooper spielte den hartgesottenen Schurken in "City Streets" (1931), einer Gangster Geschichte geschrieben von Dshiell Hammett. Seiner Darbietung nach zu schließen, hätte er sich mit Rolle eines von Hammetts Groschen-Roman-Detektiven leicht anfreunden können. "I Take This Woman", "His Women" (beide 1931), "The Devil and the Deep" und "A Farewell to Arms" (beide 1932) verstärkten noch sein Image als romantischer Liebhaber. Und während er angeblich als Künstler in Ben Hechts Adaption von Noël Cowards witzigem "Design for Living" eine Fehlbesetzung war (1933, Regie Ernst Lubitsch), zog er sich noch achtbar aus der Affaire. Leider erschien er nicht mehr Komödien, obwohl er dafür ein Talent zu haben schien. Er spielte noch in einer Reihe weiterer erfolgreicher Paramount Produktionen der 30er, darunter "The Lives of a Bengal Lancer" (1935), "Desire" und "The General Died at Dawn" (beide 1936), bevor zu Columbia wechselte, um die Rolle des Kleinstadt-Weisen Longfellow Dees in "Mr. Deeds Goes to Town" (1936), einer von Frank Capras besten Komödien und einer von Coopers bekanntesten Rollen zu übernehmen, die ihm seine erste Oscar Nominierung einbrachte.
Zurück bei Paramount spielte er eine sehr romatisierende Version des Wld Bill Hickok in Cecil B. DeMilles "The Plainsman" (1936) und übernahm die Hauptrolle in "Souls at Sea" (1937), um dann die Titelrolle in "The Adventures of Marco Polo" (1938) zu übernehmen, mit dem er die Arbeit für Produzent Sam Goldwyn fortsetzte, die mit "The Wedding Night" (1935) begonnen hatte.
Nach zwei weniger gelungenen Filmen mit „The Cowboy and the Lady“ und „Bluebeard's Eighth Wife“ (1938, trotz Lubitsch Regie und Wilder- Script), war er in „Beau Geste“ (1939) zurück in alter Form. Wenngleich er nicht gerade der Typ war, einen jungen, aristokratischen Engländer zu geben, der zur Fremdenlegion geht, um seine Familie vor Schnade zu bewahren, so machte sich Cooper dennoch hervorragend in der Legionärsuniform und das Remake des 1926er Films wurde ein Hit. Zwei weitere Goldwyn-Produktionen, „The Real Glory“ (1939) und „The Westerner“ (1940, in dem er mit Walter Brennan als Judge Roy Bean spielte), gingen Coopers Rückkehr zu DeMille für „Northwest Mounted Police“ (1940), einem soliden dennoch leicht dümmlichen Technicolor-Actionfilm voraus.
Coopers nächste vier Filme markieren einen Höhepunkt, sowohl seines schauspielerischen Könnens als auch seines Starruhms. In Frank Capras bittersüßem „Meet John Doe“ (1941) spielte er einen idealistischen Herumtreiber, der zum Medienhelden wird, dann porträtierte er den Pazifisten Alvin York, der im Ersten Weltkrieg zum Helden aufsteigt in „Sergeant York“, für den er den Oscar als Bester Schauspieler gewinnt. „Ball of Fire“ (auch 1941, ein Goldwyn Film unter der Regie von Howard Hawks) bewies, dass er nicht vergessen hatte, wie man Komödien spielt. Als braver Professors heuert er die schlagfertige Varietétänzerin Barbara Stanwyck an, um ihm zu helfen, eine Slangenzyklopädie zu erstellen. Und in „The Pride of the Yankees“ (1942), trat er als Baseballstar Lou Gehrig (damals gerade verstorben) auf, in einer anrührenden Filmbiografie, die ihm eine weitere Oscarnominierung einbrachte.
Sein hartgesottener Auftritt in der Verfilmung des Romans seines Freundes Hemingway „Wem die Stunde schlägt“ war der Jury die nächste Nominierung wert, doch die folgenden Filme liessen erkennen, das seine beste Zeit annähernd vorüber war: „The Story of Dr. Wassell“, „Casanova Brown“ (beide 1944), „Along Came Jones“ (1945, den er auch produzierte), „Saratoga Trunk“ (1945), „Cloak and Dagger“ (1946), „Unconquered“ (1947) und „Good Sam“ (1948). Es folgte eine fesselnde Darbietung als Architekt in „The Fountainhead“ (1949), eine ehrgeizige aber mittelprächtige Ayn Rand Adaptation. Danach kamen mehrere Routinefilme wie „Task Force“ (1949), „Bright Leaf“, „Dallas“ (beide 1950) sowie „You're in the Navy Now“ (1951). Bis schließlich ein alternder, abgekämpft aussehender Cooper die Rolle seines Lebens annahm: die, des kampfbereiten Marshals in "High Noon" (1952), der von den Stadtbewohnern, die er jahrelang beschützte im Stich gelassen wird. Es war ein kontroverser Film, der zugleich die Verkörperung des Genres und die Antithese des "traditionellen" Westerns darstellte. Die Academy verlieh Cooper einen weiteren Oscar für seine Leistung.
Gegen Ende seiner Karriere spielte Cooper in einer Reihe verdienstvoller Produktionen, in denen ihm seine Alter zu Hilfe kam, wie etwa „The Court-Martial of Billy Mitchell“ (1955), „Friendly Persuasion“ (1956), „Love in the Afternoon“ (1957, zusammen mit Audrey Hepburn unter der Regie von Billy Wilder), „Man of the West“ (1958) und „The Hanging Tree“ (1959) – aber seine Energie schien mit jedem Film zu schwinden. „The Naked Edge“ (1961), ein Routine Thriller gedreht in England, zeigte einen lustlosen Cooper, der nur sein Pensum abspulte – es sollte sein letzter Film werden. Im April 1961 gewann er den Oscar für sein Lebenwerk. Anstelle Coopers, der durch seine Krebserkrankung bereits zu geschwächt war, um selbst an der Zeremonie teilnehmen zu können, nahm sein Freund James Stewart den Preis entgegen. Nur einen Monat später starb Cooper.