geboren:
11 September 1940, Newark, New Jersey, USA
Biografie:
Einst als “amerikanischer Hitchcock” gehandelt, ist De Palma immer noch einer kontroversesten zeitgenössischen Filmemacher. Die Kritiker sind sich in der Bewertung seiner Arbeit herzlich uneins. Während einige ihn für einen talentierten Künstler halten, der erfolgreich die Stile früherer Regisseure synthetisiert, halten ihn wiederum andere für einen manipulativen Frauenfeind, dessen effektheiserischer Stil das Intellektuelle der bloßen Wirkung opfert. Ausgebildet wurde er am Sarah Lawrence College, wo Theaterregisseur Wilford Leach sein Mentor war. De Palmas frühe Filme waren 60er Jahre Satiren: „The Wedding Party“ gedreht 1963, zeigte die jungen Robert De Niro und Jill Clayburgh in den Hauptrollen, 1968 folgte „Greetings“, in dem De Niro allein durch den Central Park tobte), gefolgt von „Hi, Mom!“ (1970).
Der ätzende “Sisters“ (1973) gab die Stimmung der weiteren De Palma Filme vor. Seine Hitchcock Hommage fand ihren Höhepunkt mit “Obsession“ (1976), eigentlich ein Remake von “Vertigo”, das dem “Meister der Spannung” allem Anschein nach nicht gefiel (den 1974er “Phantom of the Paradise“ nahm sein Vorbild weniger ernst.)
Mit Carrie (1976) erfand De Palma das Teenager Horrorgenre, das sowohl einzigartige Schockmomente aber auch cleveren Humor lieferte. „The Fury“ (1978) treibt diese Zutaten bis zur Lächerlichkeit auf die Spitze, enthält aber dennoch beeindruckende filmische und pyrotechnische Spezialeffekte. 1979 gönnte er sich eine Pause vom Hollywood-Geschäft, um an seiner Alma Mater ein Jahr lang eine Master Class zu unterrichten, was in einem Film - wenn auch einem abgegriffenen – mündete, der „Home Movies“ hieß und seine damalige Frau und Kirk Douglas in den Hauptrollen präsentierte. Der 1980er “Dressed to Kill“ war De Palmas Version von “Psycho”, ein wegen seines sexuellen und gewalttätigen Inhalts verstörender Film.
Die extreme Reaktion der Kritik überzeugte ihn, sein Spiel noch ein wenig weiter zu treiben. Das Resultat war der paranoide Verschwörungsthriller Blow Out (1981) und Body Double (1984), ein weiterer Thriller, dessen Handlung in der Porno-Industrie angesiedelt ist. Ferner verlegte er in einer neuen Version den 1930er Gangster Klassikers Scarface (1983) in das Miami von heute mit Al Pacino als drogenverwirrten, kubanischen Helden. Doch die folgende Gangster Komödie Wise Guys (1986) war ein noch größerer finanzieller Fehlschlag.
Gerade als seine Karriere kommerziell hoffnungslos schien, landete er den Kassenschlager The Untouchables (1987), der auf einem Skript des Dramatikers David Mamet. Dieses moralische Prohibitionsdrama katapultierte auch Hauptdarsteller Kevin Costner in den Hollywood-Star-Olymp. De Palma drehte danach das schmerzhafte Vietnam Drama Casualties of War (1989), einen Kassenflop sowie eine schwerfällige Adaptation von Tom Wolfes erfolgreichem Roman „Wegefeuer der Eitelkeiten“ (1990). Danach kehrte er mit dem Schocker „Raising Cain“ (1992) auf vertrautes Terrain zurück (mit John Lithgow, der zuvor schon zweimal mit ihm zusammengearbeitet hatte), um sich anschließend dem ehrgeizigeren Projekt „Carlito's Way“ (1993) mit Al Pacino zu widmen. 1996 landerte er mit dem Actionsstreifen „Mission Impossible“ endlich wieder einen großen Erfolg.