Erläuterung:
1756 unterwarf die britische Ostindien-Kompanie weite Teile Indiens, ausgehend von den Hafenstützpunkten Kalkutta, Madras und Bombay. Einige loyale Fürsten konnten ihre Staaten behalten, allerdings mit eingeschränkter Souveränität.
1857/58 kam es im Norden Indiens zum Sepoy-Aufstand, bedinnend mit einer Meuterei indischer Soldaten gegen die Ostindien-Kompanie. Nach der Niederschlagung des Aufstands wurde Indien unmittelbar unter britische Kontrolle gestellt und die Ostindien-Kompanie aufgelöst.
Der 1885 gegründete Indian National Congress forderte zunächst nicht die Unabhängigkeit, sondern lediglich mehr Mitspracherechte für die einheimische Bevölkerung. Die muslimische Oberschicht des Landes gründete derweil die Muslimliga als ihre Interessenvertretung.
Im Ersten Weltkrieg verhielt sich Indien loyal, doch da die Briten an der Aufteilung des Osmanischen Reichs beteiligt waren, schlossen sich nun auch viele der Muslime der Unabhängigkeitsbewegung an.
1947 führte der gewaltfreie Widerstand gegen die britischen Kolonialherren, vor allem unter Mahatma Gandhi und Jawaharlal Nehru, schließlich zur Unabhängigkeit. Gleichzeitig wurde das Gebiet in die säkulare Indische Union und Pakistan gespalten.
Literatur:
William Dalrymple. The last Mughal - The fall of a dynasty, Delhi, 1857, London: Bloomsbury, 2007.
Rosie Llewellyn-Jones. The great uprising in India, 1857-58: Untold stories, Indian and British, Woodbridge : Boydell & Brewer, 2007.