Erläuterung:
Der Nahostkonflikt ist der bis heute ungelöste Konflikt zwischen einigen arabischen Staaten (Ägypten, Syrien, Jordanien, Libanon, Iran und Irak) und Israel. Die Geschichte des Konflikts begann bereits im 19. Jahrhundert mit der zionistischen Einwanderung nach Palästina. Die Zionisten strebten eine politische Lösung mit einer offiziellen Anerkennung der Völkergemeinschaft an. Die Juden sollten eine "nationale Heimstätte" in Palästina erhalten, wobei gleichzeitig die Rechte der Bevölkerung Palästinas gewahrt werden sollten.
Als Großbritannien nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches das Mandat erhielt Palästina treuhänderisch zu verwalten, wurde den Arabern Selbstständigkeit versprochen. Doch schon bald kam es zu ernsten Auseinandersetzungen der Juden mit den ansässigen Palästinensern, die sich zunehmend verjagt fühlten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gab Großbritannien sein Mandat auf und die neu gegründete UNO stellte 1947 einen Teilungsplan auf, der vorsah einen jüdischen und einen arabischen Staat zu gründen, was von den Palästinensern und extremistischen jüdischen Gruppen abgelehnt wurde.
Nach dem Abzug der britischen Truppen wurde am 14. Mai 1948 die Unabhängigkeit des Staates Israel erklärt, woraufhin die arabischen Staaten den Krieg erklärten. Dieser erste Palästinakrieg endete mit einer Niederlage der Angreifer und der Flucht von etwa 700.000 Palästinensern aus Israel und den von Israel besetzten Gebieten, wozu auch Gebiete gehörten, die laut UNO-Teilungsplan den Palästinensern zugesprochen worden waren. Die Flüchtlinge kamen in den arabischen Staaten unter, die ihnen jedoch bis heute (außer Jordanien) die Staatsbürgerschaft verweigern.
1949 wurden die Kampfhandlungen durch ein Waffenstillstandsabkommen beendet, doch die militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und seinen Nachbarländern nahmen kein Ende.
Im Süden kam es zu zahlreichen Kriegen und Auseinandersetzungen mit Ägypten , Syrien und Jordanien. Hierzu zählen die Suez-Krise von 1956, der Sechstagekrieg 1967 und der Jom-Kippur-Krieg von 1973.
Zwischen Ägypten und Israel existiert seit 1979 ein Friedensabkommen.
Im Norden gab es Konflikte mit dem Libanon als Israel 1982 in den Bürgerkrieg eingriff.
Zwischen 2000 und 2006 kam es immer wieder zu Angriffen der libaniesischen Hisbollah-Milizen auf Israel. 2006 eskalierte die Situation als die Hisbollah einen israelischen Grenzposten überfiel und Israel daraufhin den Flughafen von Beirut bombadierte. Seit August 2006 herrscht wieder Waffenstillstand.
Eine weitere Dimension des Konflikts ist die Auseinandersetzung der Israelis mit den Palästinensern, die einen eigenen anerkannten Staat anstreben. Auch heute fordert die derzeitige palästinänsische Regierungspartei Hamas ganz Israel als Staatsgebiet.
Es kommt immer wieder zu Anschlägen und Selbstmordattentaten.
Literatur:
Martin Beck. Friedensprozess im Nahen Osten. Rationalität, Kooperation und politische Rente im Vorderen Orient. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag, 2002.
Rolf Steininger. Der Nahostkonflikt. Frankfurt am Main: Fischer, 2006.