Erläuterung:
Seit den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts forderten Absolutionisten in den USA aus religiöser Überzeugung die sofortige und entschädigungslose Abschaffung der Sklaverei in den Südstaaten (in den Nordstaaten der USA war die Sklaverei bereits 1774 abgeschafft worden). Der Süden, dessen Wirtschaft auf Großgrundbesitz und Plantagenbau aufgebaut war, glaubte jedoch, aus ökonomischen Gründen nicht auf Sklaverei verzichten zu können. Als Abraham Lincoln, ein erklärter Gegner der Sklaverei, 1860 zum Präsidenten der USA gewählt wurde, sahen sich die elf Südstaaten (Virginia, Nord- und Südcarolina, Georgia, Florida, Alabama, Tennessee, Mississippi, Louisiana, Arkansas, Texas) zum Austritt veranlasst. Sie gründeten die Konföderierten Staaten von Amerika unter dem Präsidenten Jefferson Davis mit der Hauptstadt Richmond.
Das Beharren der Nordstaaten auf der Unauflösbarkeit der Union bot schließlich den Anlass zum Konflikt.
Anfangs verzeichnete der Süden unter General Lee einige militärische Erfolge. Die Schlacht bei Gettysburg vom 1.-3. Juli 1863, bei der innerhalb von nur drei Tagen rund 50.000 Soldaten starben, markierte jedoch den Wendepunkt. In der Folgezeit gelang den Truppen der Nordstaaten unter den Generälen Grant und Sherman auch aufgrund der unterschiedlichen ökonomischen Ausgangslage die völlige Zermürbung des Südens. Der einseitig auf Agrarwirtschaft ausgerichtete Süden musste alle Kriegsgüter importieren, während die industrialisierten Nordstaaten ihr Kriegsmaterial weitgehend selbst herstellten, über größere finanzielle Reserven und gut ausgebaute Nachschubwege verfügten, sowie in der Bevölkerungszahl (22 Mio. gegenüber 5,5 Mio. weißen Einwohner) überlegen waren. Mit der Kapitulation des Südens am 9. April 1865 in Appomatox wurden die elf Staaten wieder in die Union eingegliedert. Es folgte die Periode der Reconstruction, des Wiederaufbaus der Wirtschafts- und Sozialstruktur des Südens.
Literatur:
Giampiero Carocci. Kurze Geschichte des amerikanischen Bürgerkriegs. Der Einbruch der Industrie in das Kriegshandwerk. Berlin: Verlag Klaus Wagenbach, 1998.
James M. McPherson. For cause and comrades: Why men fought in the Civil War. New York: Oxford Univ. Press, 1997.