Erläuterung:
In El Salvador bestand eine traditionell enge Verbindung von Militär und Großgrundbesitzern, den sogenannten „14 Familien“. Weite Teile der Bevölkerung waren von jeglicher Teilhabe am politischen Geschehen ausgeschlossen und besaßen wenig Aussichten ihre wirtschaftliche Situation aus eigener Kraft zu verbessern. Die Anfang der 70er Jahre einsetzende Weltwirtschaftskrise führte in dem von Kaffee- und Zuckerexporten abhängigen Land zu wachsender Verelendung der Bevölkerung. Es entwickelte sich eine Volksbewegung, die mit friedlichem Protest für soziale Reformen und demokratische Wahlen kämpfte. Die Zentralregierung reagierte jedoch mit Verschärfung der Unterdrückung und zwang auf diese Weise Mitglieder der Volksbewegung in den Untergrund. Große soziale Massenorganisationen begannen, sich gegen die systematische staatliche Repression mit dem Aufbau von Verteidigungstrupps zu wehren Vor allem linksorientierte Gruppen erhielten starken Zulauf. Bereits 1979 führten linke Einheiten in den Städten und auf dem Land einen Guerillakrieg.
Am 10. Januar 1981 startet der „Frente Farabundo Martí para la Liberacíon Nacional“ (FMLN) seine „Gegenoffensive“, die auch den Anfang des Bürgerkrieges markiert und eine Spirale der Gewalt in Gang setzte: neben den schlecht ausgebildeten salvadorianischen Streitkräften veranstalteten besonders die rechtsgerichteten Todesschwadrone willkürliche Hinrichtungen und Massaker, denen ganze Dörfer zum Opfer fielen, umso die Landbevölkerung in Schach zu halten.
Im März 1980 schloss sich der Christdemokrat Duarte der Junta an und übernahm eine provisorische Regierung, die zwei Jahre später freie Wahlen abhalten ließ. Die Regierung verfolgte eine Doppelstrategie: auf der einen Seite startete sie ein Bodenreformprogramm, nationalisierte die Banken und die Vermarktung von Kaffee und Zucker. Gleichzeitig erhielten die Todeschwadrone jedoch für die Ausschaltung politischer Gegner Unterstützung seitens des Militärs. Erzbischof Oscar Romero war das bekannteste Opfer eine Reihe von Attentaten auf hochrangige Persönlichkeiten, die gewagt hatten, die Regierung offen zu kritisieren.
Zur selben Zeit wurden politischen Parteien erlaubt, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Bei den Wahlen am 28. März 1982 wählten die Salvadorianer eine neue verfassungsgebende Versammlung. Trotz zahlreicher nomineller Fortschritte wie verbesserte Individualrechte, Einführung einer republikanischen, pluralistischen Regieruungssystems war die Menschenrechtssituation in El Salvador weiterhin geprägt von Übergriffen der Todesschwadrone und den darauffolgenden Vergeltungsschlägen der Guerillas.
1989 unternahm der frischgewählte Präsident Cristiani den Versuch, einen direkten Dialog mit monatlichen Treffen zwischen Regierung und Guerilla zu initiieren. Der Prozess wurde nach wenigen Monaten von einer weiteren blutigen Offensive der FMLN unterbrochen. Anfang 1990 baten die zentralamerikanischen Staatspräsidenten die Vereinten Nationen um Vermittlung zwischen den beiden Seiten. Doch erst ein Jahr später akzeptierte die FMLN die Einladung der UNO nach New York. Am 25. September 1991 kam man zu einer Einigung, in der die Gründung eines „Komitees zur Konsolidierung des Friedens“ mit Repräsentanten der Regierung, der FMLN, der katholischen Kirche und der UNO bekannt gegeben wurde. Am 31. Dezember 1991 schlossen Regierung und FMLN ein offizielles Friedensabkommen. Der darin festgelegte Waffenstillstand blieb ungebrochen. Mit einer feierlichen Zeremonie wurde am 15. Dezember 1992 das Ende des Konflikts begangen. Die FMLN wurde entwaffnet, ihre militärische Struktur aufgelöst und die Organisation in eine politische Partei umgewandelt.