Erläuterung:
Das historische Siedlungsgebiet der Kurden umfasst heute Teile der Türkei, des Iran, des Irak und Syriens.
Nach dem Zerfall des Osmanischen Reichs wurde den Kurden die Selbstbestimmung unter europäischer Besatzung zugebilligt. Gleichzeitig begann jedoch der Widerstand Atatürks gegen die Besatzungsmächte und 1923 wurden die Machtverhältnisse zwischen der Türkei, dem Vereinten Königreich, Frankreich und Italien im Vertrag von Lausanne festgeschrieben. Die Versprechen gegenüber den Kurden von 1920 wurden hierbei nicht berücksichtigt.
Aufgrund der Aufteilung des Volkes auf mehrere Staaten, kam es immer wieder zu Auständen und Unruhen.
Nordkurdistan, im Irak ist eine autonome Region und seit 1970 faktisch unabhängig, jedoch international nicht anerkannt.
Die Türkei verweigerte den dort lebenden Kurden die Autonomie und der Scheich-Said-Aufstnad (1925), der Ararat-Aufstand (1930) und der Dersim-Aufstand (1938) wurden von der türkischen Armee niedergeschlagen. 1967 wurde dann die kurdische Sprache, Musik, Literatur und Zeitungen verboten. Zwischen 1984 und 1999 kam es zum bewaffneten und teils terroristischen Kampf der kurdisch-separatistischen PKK (ehemals marxistisch-leninistische Partei) in der Türkei. 1999 endete dies mit der Festnahme Abdullah Öcalans.
Im Osten, im iranischen Kurdistan, geht der Iran stark gegen die kurdische Minderheit vor. Schon 1979 wurde der Dschihad gegen die Kurden ausgerufen und viele wurden seitdem und bis heute getötet.
Literatur:
McKiernan, Kevin: The Kurds : a people in search of their homeland, 1. ed., New York : St. Martin's Press, 2006.
Tahiri, Hussein / Calif, Costa Mesa: The structure of Kurdish Society and the struggle for a Kurdish state, Mazda Publishers, 2006.
Özdemir, A. Kadir: Die Kurden - ein Volk in drei Nationen : die Geschichte und Entwicklung des Kurdenkonflikts, Marburg : Tectum-Verl., 2006.
http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?id=2787067&prov=M&dok_var=1&dok_ext=htm