Erläuterung:
Auslöser für den Krieg zwischen Russland und Japan der im Februar 1904 mit dem japanischen Angriff auf Port Arthur begann, waren die kollidierenden Interessen der beiden Staaten. Japan erlebte seit Mitte des 19. Jahrhunders eine Zeit des Umbruchs und entwickelte imperialistische Bestrebungen, woraufhin es zu einem ersten Konflikt mit China kam. Im russischen Interesse lag es, China wirtschaftlich und politisch zu durchdringen und es unterstützte das Riesenreich, da unter anderem der Bau der transsibirischen Eisenbahn bereits begonnen hatte und diese durch die Mandschurei führen sollte. Russland besetzte Port Arthur als Stützpunkt am Pazifik und weitete sein militärisches Engagement in China aus. So war es maßgeblich an der Niederschlagung des Boxeraufstands beteiligt, besetzte die Mandschurei und intervenierte zunehmend in Korea. Die japanische Regierung fasste dies als Bedrohung auf. Verhandlungen zwischen den beiden Staaten scheiterten. Die Kriegserklärung Japans erfolgte am 10. Februar 1904, einen Tag nach Beginn der Kriegshandlungen. Es folgten zahlreiche Seeschlachten und Niederlagen Russlands, wonach der Zar das Vermittlungsangebot des US-Präsidenten Theodore Roosevelts annahm. Am 5. September 1905 wurde daraufhin der Vertrag von Portsmouth unterzeichnet, der Russland dazu verpflichtete Port Arthur und die Halbinsel Liaoyang aufzugeben, einen Teil von Sachalin an Japan abzutreten und die Mandschurei zu verlassen. Den Japanern waren die Bedingungen nicht hart genug und es kam zu Ausschreitungen.
Dennoch war Japan zur dominierenden Macht im ostasiatischen Raum geworden.
Literatur:
Kreiner, Josef (Hg.): Der Russisch-Japanische Krieg (1904/05), Göttingen : V & R unipress, 2005.
Lorenz, Herwig: Krieg im Gelben Meer : der russisch-japanische Krieg, 1904 - 1905, Lorenz, 2005.