Burenkrieg / Südafrikanischer Krieg (1899-1902)

Erläuterung:
Letzter von drei bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Großbritannien und den Burenrepubliken Transvaal und Oranjefreistaat 1899-1902.

Die Buren waren aus Unzufriedenheit mit der britischen Herrschaft nach 1835 aus der Kapkolonie und Natal ausgewandert, um im Transvaal neu zu siedeln. Aus ihren zunächst kleinen Staatenbildungen entstand der Freistaat Transvaal (1856), seit 1884 Südafrikanische Republik, die sich 1877 erfolgreich gegen einen britischen Annexionsversuch hatten behaupten können und deren innere Unabhängigkeit 1881 von den Briten anerkannt worden war. Als unter Präsident Paulus „Ohm“ Krüger (1881-83) am Witwaterstrand große Goldvorkommen entdeckt worden waren, führte dies zu derartigen wirtschaftlichen Überlegenheit dieser Republik in Südafrika, dass die britischen Kolonien Natal und Kapkolonie abhängig zu werden drohten. General Milner, der Gouverneur der Kapkolonie nutzte die Benachteiligung der vielen meist britischen Einwanderer (den „Uitlanders“), denen volle Bürgerrechte verwehrt wurden, indem er 1895/96 einen Putsch-Versuch gegen Krüger organisierte, den Jameson-Raid, den Krüger allerdings abwehren konnte. Ziel Grossbritanniens war es gewesen, die selbständige Republik an eine südafrikanische Zollunion zu binden und so an seiner Vision des Kolonialbesitzes von „Kairo bis zum Kap“ festzuhalten. Als der deutsche Kaiser Präsident Krüger zur Abwehr des Putschversuchs in einem Telegramm (Krüger-Depesche vom 2.1.1896) beglückwünschte, fasste Grossbritannien dies als Provokation und deutsche Einmischung auf, die lebenswichtige Interessen des Britischen Empire bedrohe. Nach gegenseitigen Ultimaten begann am 11.10.1899 der Krieg.
Die Buren belagerten zunächst die Städte Ladysmith, Kimberley und Mafeking, unterlagen jedoch der Übermacht der von Lord Roberts und Kitchener geführten Briten, die im September 1900 beide Burenrepubliken annektierten. Die von den Buren erhoffte Intervention der europäischen Mächte (bes. Deutschlands) blieb aus. Nach der Aufgabe des Buren-Generals Cronje am Paardeberg (27.2.1900) leisteten die Buren im Guerillakrieg noch fast zwei weitere Jahre erfolgreich Widerstand. Zur Abwehr führten die Briten das Blockhaussystem ein, mit dessen Hilfe sie die Verkehrswege sicher beherrschten. Darüber hinaus reagierten sie mit der Taktik der „verbrannten Erde“. Durch das Abbrennen von Farmen, der Vernichtung der Viehherden und der Einweisung von Frauen und Kindern in Konzentrationslager wurde der Widerstandswille der Buren allmählich gebrochen. Sie unterwarfen sich im Abkommen von Vereeniging (31.5.1902), der die Burenrepubliken zu britischen Kronkolonien machte, jedoch auch der burischen Identität Zugeständnisse machte (holländische Sprache an den Schulen) und eine „selbstverantwortliche Regierungsform“ in Aussicht stellte.
Der Krieg hinterließ die umstrittenen Länder verwüstet und kostete über 50.000 Menschenleben.
Literatur:
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