Erläuterung:
Der russische Bürgerkrieg fand von 1917 bis 1921 hauptsächlich zwischen den kommunistischen Bolschewiki mit der von Trotzki gegründeten Roten Armee und einer heterogenen Gruppe von Konservativen, Demokraten, gemäßigten Sozialisten und Nationalisten, die sich zu einer Weißen Armee zusammengeschlossen hatten, statt. Als Beginn des Krieges kann die Oktoberrevolution von 1917 oder die Erhebung der Tschechoslowakischen Legion gegen die Rote Armee 1918 festgesetzt werden.
Nach dem Sturz des Zaren Nikolaus II im Oktober 1917 konnten die kommunistischen Kräfte ihre Machtposition sichern. 1918 sollte dann die Sowjetmacht vom Kern Russlands auch auf die Peripherie ausgeweitet werden, was auf Widerstand der Kosaken und ethnischer Minderheiten stieß. 1918 gelang es der deutschen Armee die Ukraine und andere Teile Russlands zu besetzen und auch die Entente-Mächte griffen ein.
Die Weiße Armee wurde schließlich 1920 auf der Krim von der Roten Armee niedergeschlagen, in anderen Teilen des Landes dauerten die Kämpfe noch bis 1922 an.
Durch den Krieg, der etwa acht Millionen Menschen das Leben kostete, konnte die Sowjetunion 1922 die Herrschaft über einen Großteil der Fläche des vormals Russischen Reichs erlangen. Polen, die Ukraine, Weißrussland, die Baltischen Staaten und Finnland erlangten die Unabhängigkeit.
Literatur:
Der russische Bürgerkrieg. - Köln [u. a.] : Schriftenreihe: Forum für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte ; Jg. 10, H. 1, Böhlau, 2006 .
Mawdsley, Evan: The Russian Civil War, Repr. - Edinburgh : Birlinn, 2005.