Spanischer Bürgerkrieg (1936-1939)

Erläuterung:
In den Jahren 1931-33 und wieder ab 1936 versuchten republikanische Kräfte, die soziale und politische Entwicklung Spaniens durch eine Reihe von Reformen an westeuropäische Demokratien anzugleichen (in der Zwischenzeit bestand eine konservativ-klerikale Regierung). Zu diesen Reformen gehörten unter anderem die Einsetzung einer staatlichen Schulaufsicht, eine Landreform sowie die Einführung einer Sozialgesetzgebung. Traditionalistisch-klerikale Kreise betrachteten dies als einen Bruch mit der spanischen Tradition und befürchteten u.a. eine Minderung ihrer eigenen politischen und sozialen Vorrechte. Dieser Gegensatz in der Haltung zur Republik verschärfte sich, als die Linksparteien einschließlich der Kommunisten eine Volksfront bildeten und bei den Wahlen im Februar 1936 die Mehrheit erhielten. Das Land wurde von immer heftigeren politischen und sozialen Unruhen erschüttert, so dass die Appelle der Rechten an das Militär, endlich einzuschreiten, um damit Spanien vor dem politischen Verfall und der Gefahr des Sozialismus und Marxismus zu retten, immer unverhohlener vorgetragen wurden.
Unmittelbarer Auslöser des Spanischen Bürgerkriegs war schließlich eine von General Franco angeführte Militärrevolte am 17./18. Juli 1936 in Spanisch-Marokko. Gestützt auf die spanische Fremdenlegion, marokkanische Truppen und mit deutscher Hilfe fasste er Fuß auf dem spanischen Mutterland und vereinigte sich mit den aufständischen Streitkräften in Andalusien. Doch der erwartete schnelle Machtwechsel blieb aus. Stattdessen kam es zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen den aufständischen Nationalisten und den Republikanern. Nach dem Vormarsch der Nationalisten durch die Estremadura bis nach Kastilien bildete Franco im Juli in Burgos eine Übergangsregierung, die ihn im September zum Chef der nationalspanischen Regierung und des spanischen Staates ausrief. Die Republik hingegen gründete die Verteidigung des ihr verbliebenen Herrschaftsgebiets zunächst auf ein Milizsystem, das sich u.a. aus bewaffneten Angehörigen sozialistischer und syndikalistischer Gewerkschaftsorganisationen rekrutierte. Erst 1937 gelang es, eine neue Armee zu gründen, nachdem der größere Teil zu Beginn des Konflikts zu den Aufständischen übergewechselt war. Auf freiwilliger Basis stellten sich die Internationalen Brigaden der Republik zur Verfügung.
Nach der vergeblichen Belagerung Madrids (November 1936 bis März 1937) eroberten die aufständischen Truppen das Baskenland. Im Laufe der Kämpfe um Teruel (Dezember 1937 bis Januar 1938) konnten die national-spanischen Truppen bis zum Mittelmeer vorstoßen und teilten damit das republikanische Gebiet in zwei Teile. Im Januar und Februar 1939 eroberten sie Katalonien. Am 28. März 1939 erfolgte die kampflose Besetzung Madrids. Damit war der Bürgerkrieg faktisch beendet und die Republik zusammengebrochen.
Von Beginn an erregte der Spanische Bürgerkrieg große Anteilnahme in der amerikanischen und europäischen Öffentlichkeit. Eine wirkliche internationale Dimension gewann der Konflikt aber besonders durch das Eingreifen ausländischer Mächte. Zwar fühlten sich Frankreich, Großbritannien und die USA an die international vereinbarte Nichtintervention gebunden, die eine Ausweitung des Spanischen Bürgerkriegs zu einem europäischen Konflikt verhindern sollte. Die UdSSR hingegen leistete der republikanischen Regierung militärtechnische Hilfe, während das nationalsozialistische Deutschland die Aufständischen durch die „Legion Condor“ unterstützte, die im März 1937 die Stadt Guernica y Luno zerstörte.
Diese Einmischung bzw. Nichteinmischung anderer Mächte, sowie die tiefe innere Zerrissenheit der politischen Kräfte der Republik ermöglichten den aufständischen Nationalisten unter Franco den Sieg, dem 40 Jahre Diktatur folgten.
Die Zahl der im Spanischen Bürgerkrieg Getöteten beläuft sich auf etwa eine halbe Million, weitere Tausende von Flüchtlingen traten den Weg in ein jahrzehntelanges Exil an.
Literatur:
Manuel Tunion de Lara et al. Der Spanische Bürgerkrieg. Eine Bestandsaufnahme. Suhrkamp, 1987.

Walther L. Bernecker. Krieg in Spanien 1936-1939. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1991.

Paul Preston. A Concise History of the Spanish Civil War. Fontana, 1996.

Micheal Alpert. A New International History of the Spanish Civil War. Palgrave, 1998.
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