Erläuterung:
Der Kongo und seine Bevölkerung wurden lange Zeit von der Kolonialmacht Belgien ausgebeutet. Als es jedoch die Unabhängigkeitsbestrebungen zunahmen, zogen sich die Belgier Anfang 1959 zurück und hinterließen das Land im Chaos. 1960 wurde die "Demokratische Republik Kongo" ausgerufen, J. Kasavubu wurde Staatspräsident und Patrice E. Lumumba wurde Ministerpräsident. Der jungen Nation fehlte allerdings der Zusammenhalt.
Nach nur 18 Monaten Unabhängigkeit putschte Joseph Mobutu, früherer Assistent des Ministerpräsidenten, unterstütz von Belgien und den USA. Lumumba wurde gefangen genommen und ermordet. Es folgte eine der längsten und grausamsten Diktaturen Afrikas.
1971 wurde das Land in Zaire umbenannt.
Erst 1994 wurde Mobutus Diktatur erschüttert, als sich im Grenzland zu Ruanda unter der Führung von Laurent-Désiré Kabila eine Rebellen-Streitmacht bildete. Dieser gelang es, unterstützt von den USA, 1997 den alten, krank gewordenen und international isolierten Mobutu zu stürzen. Das Land wurde erneut zur Demokratischen Republik Kongo.
Die Phase zwischen 1996 und 2002 wird auch als Kongokrieg bezeichnet, dessen Hauptauslöser der Völkermord an den Tsutsi in Ruanda war. Die am Völkermord beteiligten Hutu führten vom Kongo aus Angriffe auf Ruanda und Mobutu stellte sich auf ihre Seite. Daraufhin rückte die RPF aus Ruanda ein, um die Hutu-Führer zur Rechenschaft zu ziehen.
1998, nach dem Sturz Mobutus, folgte eine weitere Phase der Auseinandersetzungen. Diesmal waren viele afrikanische Staaten verwickelt, sowie die USA und Frankreich. Gründe für diesen Krieg waren wohl die reichen Bodenschätze im Norden des Landes und strategische Aspekte. Das im Juli 1999 unterzeichnete Friedesabkommen von Lusaka wurde nicht eingehalten. Seit 2000 versuchte dann eine UN-Mission im Kongo zu vermitteln. Im Januar 2001 wurde Kabila Opfer eines Attentats und sein Sohn Joseph Kabila übernahm die Stellung als Staatspräsident und wurde 2006 in der ersten freien Wahl des Landes seit 1965 in seinem Amt bestätigt. Es kam aber trotzdem immer wieder zu Unruhen und Aufständen und das International Rescue Committee schätzt die Zahl der Toten zwischen 1998 und 2005 auf 3,8 Millionen Menschen.
Literatur:
Nest, Michael/ Grignon, Francois/ Kisangani, Emizet F.: The Democratic Republic of Congo: economic dimensions of war and peace, Rienner, 2006.
Ludermann, Bernd: Kongo: Geschichte eines geschundenen Landes, Evangelisches Missionswerk in Deutschland, Hamburg: 2004.