Ruandischer Bürgerkrieg (1994)

Erläuterung:
Ruanda Mitte der 90er Jahre: Der Konflikt, der seit Jahrzehnten schwelt zwischen der Bevölkerungsmehrheit der Hutu und den zahlenmäßig kleineren aber wirtschaftlich und politisch mächtigeren Gruppe der Tutsi eskaliert. Anlass ist der Abschuss des Flugzeugs von Präsident Habyarimana. Die Maschine wird beim Anflug auf Kigali getroffen, explodiert und stürzt in den Garten des Präsidenten Palasts. Niemand an Bord überlebt.
Dieser Anschlag löst in Ruanda ein dreimonatiges Massaker aus. Radikale Kräfte der Hutu-Führer führen einen gut vorbereiteten Feldzug mit dem erklärten Ziel, die Tutsi Minderheit zu vernichten. Am nächsten Morgen verbreiten mit Macheten bewaffnete Banden überall in der Stadt Chaos. Die dort stationierten UN-Truppen erweisen sich angesichts der Grausamkeiten als hilflos und werden schließlich gegen die ausdrückliche Empfehlung ihres Kommandeurs ganz abgezogen. In der UNO kann man sich nicht über die Entsendung von Truppen einigen, die Aufmerksamkeit der Medien ist angesichts der Verbrechen gering. So werden weitestgehend unbeachtet von der Weltgemeinschaft in nur drei Monaten 800.000 bis eine Million Menschen umgebracht.
Literatur:
Philip Gourevitch: We Wish to Inform You That Tomorrow We Will be Killed With Our Families: Stories from Rwanda. New York: Farrar, Strauß and Giroux, 1998. ISBN 0-374-28697-3.

Alison Des Forges: Kein Zeuge darf überleben: Der Genozid in Ruanda. Hamburg: Hamburger ED., 2003. ISBN: 3-930908-80-8
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