Erläuterung:
Die US-Invasion in Grenada, welche auch als Operation Urgent Fury bekannt wurde, war eine 1983 durchgeführte US-amerikanische Invasion im Karibikstaat Grenada. Die Invasion begann am 25. Oktober 1983 und endete ca. 1 Woche späte. Der Ursprung des Konfliktes ist zum einen in dem Regierungswechsel in Grenada zu finden, zum anderen in der amerikanischen Politik unter Reagan, die am einfachsten mit extrem antikommunistische beschrieben werden kann. Nachdem die Regierung Grenadas unter Sir Eric Gairy 1979 in einer nahezu gewaltfreien Revolution durch die New Jewel Movement (NJM) entmachtet wurde, zeichnete sich der Konflikt langsam ab. Die soziale, keineswegs sozialistische Ausrichtung der neuen Regierung unter Premierministers Maurice Bishop führte einerseits zu einer Annäherung an Kuba, andererseits zu einer Verschlechterung der Beziehungen zu den USA. Mit der Präsidentschaft Reagan verschlechterten sich die Beziehungen weiterhin und waren von dem Umfassenden Boykott der USA gegen Grenada sowie offenen Drohgebärden geprägt. In der Folgezeit entstanden immer häufiger Gerüchte über Waffenlieferungen oder den Ausbau militärischer Anlagen, die Grenada in Zusammenhang mit Kuba und der Sowjetunion brachten. Der Ausbau des Flughafens sein Beispielsweise keineswegs durch die Größe der Luftwaffe (Grenada besaß zu derzeit keine Luftwaffe) gerechtfertig und könne daher nur zur Nutzung durch die UdSSR oder Kuba gedacht sein. Die Situation verschlechterte sich schließlich soweit, dass Bishop sich zu Klärung der Angelegenheit in die USA begab. Zudem waren seine Handlungsmöglichkeiten ob des Boykottes gering, da Grenada am Rande des Bankrotts stand. Als Premierminister Maurice Bishop in den USA die Bedenken zerstreuen wollte, wurde er nach seiner Rückkehr von innerparteilichen Konkurrenten um Bernard Coard am 12. Oktober 1983 durch Einheiten des Military Revolutionary Council (MRC) entmachtet und wenige Tage später, am 19. Oktober 1983 abgesetzt und exekutiert. Die dadurch stark nach links gerückte NJM kündigte nun den Aufbau eines marxistischen Landes an. Der blutige Umsturz und die Hinwendung zum Kommunismus sowie die diesbezüglichen "Hilferufe" einiger Staaten der Karibik veranlassten die USA zu einer militärischen Intervention. Diese wurde mit der "Wahrung der Sicherheit" der annähernd 600 US-amerikanischen Medizin-Studenten in Grenada begründet. Diesen war allerdings durch die Regierung Grenadas zugesichert worden, sie in ihr Heimatland auszufliegen. Ebenso argumentierte die US-Regierung, dass der Flughafenbau militärischen Zwecken und damit der Bedrohung der USA dienen sollte. Die richtete am 21. Oktober 1983ein Hilfegesuch an die USA, da sie sich angeblich von dem neuen Regime bedroht sahen. Zwei Wochen nach dem Gewaltsamen Umsturz erfolgte die Invasion ohne vorhergehende Kriegserklärung. Die Kämpfe dauerten einige Tage. 7.000 US-amerikanische Soldaten, unterstützt von 300 Soldaten der Caribbean Peacekeeping Force (CPF) aus Antigua, Barbados, Dominica, Jamaika, Saint Lucia und Saint Vincent waren gelandet. Sie trafen auf Soldaten und "Berater" aus verschiedenen Ländern: Neben 1.200 Grenadern waren dies 784 Kubaner (davon waren 636 Bauarbeiter und 43 offizielle Militärs), 49 Sowjetbürger, 24 Nordkoreaner, 16 DDR-Bürger, 14 Bulgaren und 3 oder 4 Libyer.
Während der Kämpfe wurden 19 US-Soldaten getötet und 109 verletzt. Die Zahl der Opfer auf grenadascher Seite wird auf mindestens 100 Tote und 350 Verwundete geschätzt.
Da Grenada ein Teil des britischen Commonwealth war, führte die Invasion zu einer scharfen Verurteilung durch Margaret Thatcher mit der Bemerkung, dass es sich um innere Angelegenheiten handele. Zudem wird der Angriff aus Bruch des Völkerrechts angesehen, weil er ohne vorherige Kriegserklärung erfolgt. Nachdem eine neue Regierung unter dem Generalgouverneur Sir Paul Scott wider eingesetzt wurde, zogen die USA ihre Truppen Mitte Dezember vollständig ab.