Mexikanische Revolution 1910-1921

Erläuterung:
In der Regierungszeit des "ewigen Diktators" Porfirio Díaz (1830-1915), der von 1877 bis 1911 regierte, hatte sich das Latifundiensystem derart ausgeweitet, dass im Jahre 1910 rund 97 % der Landbewohner kein Land besaßen. Er war es auch, der die Modernisierung des Landes vorantrieb, durch Erweiterung des Bergbaus, Erschließung reicher Erdölfelder, Gründung zahlreicher Industriebetriebe, besonders für Textilien, und durch die Anlage eines ausgedehnten Eisenbahnnetzes. Doch trotz dieser wirtschaftlichen Erfolge regte sich beim aufstrebenden Mittelstand Unzufriedenheit über das autoritäre politische System. So bildeten die Forderungen nach freien Wahlen und einem Verbot der Wiederwahl des Präsidenten im Jahre 1910 den Anlass für die Revolution. Diese wurde von aufständischen Bauern unter ihren legendären Führern Francisco (Pancho) Villa (1878-1923) und Emiliano Zapata (1879 oder 1883-1919) zum Sieg geführt. Die Verfassung von 1917 war ihrer Zeit hinsichtlich der Arbeitsgesetzgebung, der Bodenbesitzreform und des Erziehungswesens weit voraus. Ihre Durchsetzung wurde infolge interner Auseinandersetzungen verzögert.

Ausschlaggebend für die Stabilisierung der politischen Verhältnisse war einerseits der 1929 erfolgte Zusammenschluss unterschiedlicher Gruppen zu einer Einheitspartei mit sozialer Grundhaltung, die 1946 den Namen "Partido Revolucionario Institucional" (PRI) annahm, andererseits die Persönlichkeit des Präsidenten Lázaro Cárdenas (1895-1970), der von 1934 bis 1940 regierte. Gestützt auf die Zustimmung breiter Massen, setzte er wesentliche soziale und nationale Forderungen der Verfassung in die Tat um, darunter die Bodenreform, die Enteignung der ausländischen Erdölgesellschaften und die Sozialgesetzgebung.
Literatur:
Hans Werner Tobler: Die mexikanische Revolution: Gesellschaftlicher Wandel und politischer Umbruch 1876-1940. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1984. ISBN: 3-518-04588-1
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