Iranische Revolution (1979)

Erläuterung:
1963 rief der Schah Irans eine "Weiße Revolution" aus, die u.a. eine Landreform, Alphabetisierung der Bevölkerung und Stärkung der Frauenrechte beinhaltete. Der geistliche Führer der islamischen Revolution im Iran, Ruholla Chomeini, sprach sich öffentlich vehement dagegen aus und wurde kurz darauf verhaftet. Parallel dazu bildeten sich im Iran, motiviert von der Rede Chomeinis, viele Demonstrationen, sodass der Ausnahmezustand verhängt und auf Demonstranten geschossen wurde. Nach weiteren Krisen wurde Chomeini 1964 ins Exil in die Türkei abgeschoben.
Chomeinei ging bald ins Exil in den Irak, wurde dann 1978 nach Frankreich abgeschoben und gelangte dort zu internationaler Berühmtheit, die er nutzte, um zu Aufständen gegen den derzeitig amtierenden, für viele Iraner zu modernen und verwestlichten, Schah aufzurufen.
Im Iran war es währenddessen drei größeren Parteien gelungen, der Unterdrückung des Schahs standzuhalten; die wichtigste davon sollte die "Jame'e-ye Rowhaniyat-e Mobarez", die Vereinigung der kämpfenden Geistlichkeit, sein, die später nach dem Sturz des Schah die Macht übernahm. Der derzeit amtierende Ajatollah Irans, Ali Chamene'i, gehörte ebenfalls zu ihren Gründungsmitgliedern.
Durch den Tod Mostafa Chomeinis, dem Sohn Ajatollah Chomeinis, radikalisierte sich die Bevölkerung noch stärker und es kam durch Sympathie zu dem im Exil lebenden Chomeini, der nun als Imam bezeichnet wurde, zu Demonstrationen und Streiks. Bei diversen Demonstrationen kamen einige Demonstranten zu Tode, deren Zahl posthum immens erhöht wurde und zu Trauerumzügen führte, die wiederum in Todesfällen endeten. Ende 1978 wurde dann der Führer der Nationalen Front vom Schah zum Premierminister erklärt, da diesem - wie abzusehen war - Anfang 1979 die internationale Unterstützung entzogen wurde und der sich dann aus dem politischen Geschäft zurückzog. Dadurch konnte Ruhollah Chomeini unter großem Jubel in den Iran zurückkehren.
Durch große, öffentliche Reden wiegelte Chomeini das Volk und die Armee weiter auf, sodass im Februar große Unruhen herrschten. Auch das Parlament konnte seiner Arbeit nicht länger nachgehen und viele Politiker flohen. Chomeini gründete daher seine Islamisch-Republikanische Partei und Ende März fiel eine Wahl für sie bei 98% Wählerbeteiligung mit 97% Ja-Stimmen aus, was vom deutschen Botschaftsrat lakonisch kommentiert wurde, die Zahlen seien mit höchster Wahrscheinlichkeit gefälscht.
Seit dieser Wahl ist die Islamisch-Republikanische Partei die führende Partei im Iran, nach Ruhollah Chomeinis Tod übernahm Ali Chamene'i seine Rolle als spiritueller Führer.
Literatur:
Hoveyda, Fereydoun. The Shah and the Ayatollah: Iranian mythology and Islamic revolution. 2003, Praeger.

Benard, Cheryl; Khalilzad, Zalmay. "The Government of God" – Iran's Islamic Republic. 1984, Columbia University Press.
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