Info:
Die Komödie im Film und Theater beruht auf drei Tatsachen: dass der Mensch und seine Welt unvollkommen sind, dass der Mensch dies weiß und dass der Mensch mit diesem Wissen konfrontiert werden will. Bei der Konfrontation bedarf es eines Blitzableiters, dem Gelächter - oder dem Weinen in der eng mit der Komödie verwandten Tragödie. Die Tragödie betont das Missverhältnis zwischen der Bedeutungslosigkeit des Menschen und seinem übermächtigen Schicksal aus individueller, menschlicher Perspektive; die Komödie betont das Missverhältnis selbst, indem z.B. ein angeberischer Mensch auf einer Bananenschale ausrutscht. Entweder werden in der Komödie Situationen (Situationskomödie), einzelne Menschen (Slapstick-Komödie, Screwball-Komödie) oder die ganze vorgeführte welt als unnormal der Lächerlichkeit preisgegeben (z.B. in den Tati-Filmen). Im Gegensatz zur Parodie oder Satire ist das Gelächter in der Komödie befreiend, es baut Aggessionen ab, da der Zuschauer die Kritik nicht auf sich beziehen muss.
Literatur:
Jan Distelmeyer: Spaß beiseite, Film ab: Jüdischer Humor und verdrängtes Lachen in der Filmkomödie bis 1945. München: Ed. Text + Kritik, 2006. ISBN: 3-88377-803-6