Stummfilm

Info:
Die ersten Filme wurden Ende des 19. Jahrhunderts in den USA, England, Frankreich, Deutschland und einigen anderen Ländern gezeigt. Sie waren nur ein paar Minuten lang und stumm. Diese Filme wurden auf Jahrmärkten und in Vaudeville-Shows gezeigt und standen in der Tradition der Laterna Magica und des populären Melodrams. Die Vorführung von Stummfilmen, die Anfang des 20. Jahrhunderts schon eine Länge von einer halben bis einer Stunde erreichten, wurde zunächst begleitet von einem Filmerklärer, in den später enstehenden Lichtspielhäusern von einem Pianisten, der auf ein Repertoire von Melodien und Stimmungen (so genannte Cue Sheets) zurückgriff, um die dargestellten Ereignisse und Emotionen zu begleiten oder von Pianolas, die Filmmusik mit vier oder mehr Instumenten von Walzen oder Lochplatten abspielten. Für besondere Filme wurden eigene Partituren angefertigt: z.B. von J. C. Breil zu The Birth of a Nation (USA 1915) oder von W. Axt und D. Mendoza zu The Big Parade (USA 1925), die von einem ganzen Orchester gespielt werden konnten. Gut ausgestattete Lichtspielhäuser leisteten sich ein Orchester oder Filmorgeln wie die "Große Wurlitzer", auf denen die unterschiedlichsten Instumente und Geräuscher in hervorragender Qualität gespielt werden konnten. Der weltweite Erfolg des Tonfilms "The Jazz Singer" 1927 beendet die Ära des Stummfilms.
Literatur:
Kevin Brownlow: Pioniere des Films: Vom Stummfilm bis Hollywood. Basel: Stroemfeld, 1997. ISBN: 3-87877-386-2

Paolo Cherchi Usai: Burning passions: An introduction to the study of silent cinema. London: British Film Inst., 1994. ISBN: 0-85170-407-7
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