Propagandafilm

Info:
Propagandafilme werden von staatseigenen oder privaten Produktionsfirmen in der Absicht hergestellt, nationale oder Gruppensolidarität zu stärken oder die Ansichten und Überzeugungen neutraler oder feindlicher Gruppen zu ändern oder zu beeinflussen. Die Macht zur Beeinflussung bezieht der Film aus dem Glauben, dass die Kamera nicht lügen kann. Hinzu kommt die Suggestivkraft einer guten Schnitt-
Technik, die durch Timing, Dauer und Zusammenstellung der Einstellungen Bedeutung vermitteln kann, die in den Bildern an sich nicht vorhanden ist. Mit dem Ersten Weltkrieg wurde der Propagandafilm so zusagen verstaatlicht. Alle kriegführenden Nationen hatten Regierungsstellen, die für die Koordinierung der Filmpropaganda verantwortlich waren. So wurden Aufnahmen realer Handlungen wie in Britain Prepared (GB 1915) oder La Bataille du Verdun (F 1916) "propagandistisch" aufbereitet oder Spielfilme hergestellt, die den jeweiligen Feind als grausamen Unmenschen (wie in The Kaiser, Beast of Berlin, USA 1917), die eigenen Leute als Helden darstellten oder die positive Wirkung des aktiven Dienstes auf Schwächlinge, sozial Entgleiste, Alkoholiker etc. zeigten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Propagandafilme für "positive Zwecke", aber mit den gleichen Methoden hergestellt, um z.B. Deutsche für die Demokratie zu gewinnen und gegen den Faschismus zu beinflussen.
Literatur:
Ulrike Oppelt: Film und Propaganda im Ersten Weltkrieg: Propaganda als Medienrealität im Aktualitäten- und Dokumentarfilm. Stuttgart: Steiner, 2002. ISBN: 3-515-08029-5

Hans Barkhausen: Filmpropaganda für Deutschland im Ersten und Zweiten Weltkrieg. Hildesheim: Olms, 1982. ISBN: 3-487-08243-8
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