The Fog of War - Eleven Lessons of Robert S. McNamara

Originaltitel:
The Fog of War - Eleven Lessons of Robert S. McNamara
Weitere Titel:
(Nebel des Krieges)
Produktionsland / Jahr:
Originallänge:
105 min. , Farbe
Uraufführung:
F: 21 May 2003, Cannes Film Festival
Literarische Vorlage:
Buch:
Produzent:
Kamera:
Schnitt:
Musik:
Darsteller (Rolle):
Weitere Personen:
Zusammenfassung:
Der frühere Verteidigungsminister der USA Robert S. McNamara, 85, erklärte sich bereits, sich Errol Morris „Interrortron“ auszuliefern, einem Teleprompter, der so umgebaut wurde, dass das Bild des Interviewers auf der Matscheibe des Prompter erscheint und der Interviewte direkt in die Kamera schaut. Aus insgesamt 23 Stunden Interview kompilierte Morris mit Hilfe von Archivmaterial und der monoton-düsteren Musik von Philip Glass einen Film über Politik, Macht und Moral.
Dem Kriegstreiber-Image McNamaras setzt Morris zu Beginn den jungen Gebildeten entgegen, der in Berkeley und Havard Logik, Statistik und Philosophie studiert und später ganz zivil zum ersten Präsident der Ford Werke aufsteigt, der icht aus der Ford-Familie entstammt.
In der ersten halben Stunde bereitet Morris den Boden für das, was in Vietnam folgen wird. McNamara sammelt militärische Erfahrung während des Zweiten Weltkriegs als Oberst unter General LeMay. Er bereitete die „strategische Bombardierung“ Japans mit vor und half statistische Verfahren zu entwickeln, mit denen die Zerstörung effektiver zu handhaben war. 67 Städte wurden völlig zerstört, 900.000 Japaner fanden dabei den Tod. McNamara, der Statistiker, leistet gute Arbeit. General Curtis LeMay vertraute ihm später an, dass sie wahrscheinlich als Kriegsverbrecher gegeolten hätten, hätte Japan den Krieg gewonnen.
In Tonbandaufnahmen aus dem Weissen Haus, die Morris eingebaut hat, zeigt sich, dass McNamara zu Zeiten des Vietnamkrieges entgegen seinem Bild in der Öffentlichkeit kein Kriegstreiber war. Mit kühlem Kopf half er Kennedy während der Kuba-Krise LeMays Drängen auf eine Invasion Kubas zu ignorieren. Wie gross seine Verehrung Kennedy war, lassen weniger seine Tränen über den Ermordeten erahnen als viel mehr die anschließende Beschreibung seines Verhältnisses zu L.B. Johnson, wobei erscherzt, er wisse bis heute nicht, ob er selbst gekündigt oder Johnson ihn entlassen habe.
Zwar erhält McNamara mit dem Film die Möglichkeit die elf Lehren seiner mehr als sechzigjährigen Karriere zu propagieren, andererseits sind dies jedoch zeitlose moralische Fragen. Regisseur Morris folgte seiner Faszination für Menschen, die einen Pakt mit dem Teufel eingehen und doch daran glauben etwas Gutes zu tun und begibt sich damit tief in die Grauzonen menschlicher Moral.
Literatur:
Robert S. McNamara/ Brian VanDeMark. In Retrospect - the Tragedy and Lessons of Vietnam.
New York: Times Books, 1995.
Bemerkungen:
Offizielle Homepage des Films (in englisch):
http://www.sonyclassics.com/fogofwar/

Sehr interessantes Interview mit Regisseur Morris im „Press Kit“ der Homepage: http://www.sonyclassics.com/fogofwar/_media/pdf/pressReleaseFOG.pdf
Erhältlich: