J'accuse

Originaltitel:
J'accuse
Weitere Titel:
I accuse, (Ich klage an), That They May Live
Produktionsland / Jahr:
Originallänge:
100 min. , schwarz / weiss
Uraufführung:
25 April 1919
Literarische Vorlage:
Regie:
Produzent:
Musik:
Weitere Personen:
Zusammenfassung:
Marie Lazare wird von ihrem Vater gezwungen, den viel älteren Francois Laurin zu heiraten, obwohl sie in Jean Diaz, einen Dichter, verliebt ist. Der eifersüchtige Laurin kann den Gedanken, dass seine Frau ihn betrügen könnte, kaum ertragen. Als der Krieg ausbricht, geht er an die Front. Pazifist Diaz bleibt solange zu Hause, bis die Deutschen Marie gefangen nehmen. Nun meldet er sich freiwillig und wird sogar zum Kommandanten von Laurin. Während der vier Kriegsjahre werden die beiden Männer Freunde. Schließlich bekommt Diaz Urlaub und wird nach Hause geschickt. Marie kehrt mit einem Baby heim. Sie wurde vergewaltigt und weiss nicht, wer von ihren Bewachern der Vater des Kindes ist. Als Laurin zurückkehrt, nimmt er fälschlicherweise an, das Kind sei von Diaz. Nachdem er sich überzeugt hat, dass er sich getäuscht hat, geht er zurück zu seinem Regiment und wird im Gefecht getötet. Auch Diaz kehrt zurück an die Front und wird verwundet. Zuhause verliert er den Verstand. In einer Vision sieht er die Toten aus ihren Gräbern steigen, um herauszufinden, ob die Angehörigen das Opfer wert waren. Er stirb und lässt Marie allein mit dem Kind zurück.
Literatur:
Bemerkungen:
"J'accuse", produziert für Pathé, war Gance' erster grosser Film, eine bewegende Anklage des Krieges. Zutiefst mitgenommen von den Schrecken des Krieges, der zahlreichen seiner Freunde das Leben gekostet hatte, schuf Gance einen Film, der, als er kurz nach dem Waffenstillstand in die Kinos kam, ein erstes filmisches Aufbegehren gegen das organisierte Schlachten markiert. Gance' schnelle Schnitte, seine sich überlagernden Bilder und Blenden sowie die wilden Verfolgungsfahrten betonten eine besonders emotionale Mischung von Unmittelbarkeit und Drama. Der Film war überall in Europa ein grosser Erfolg, so dass Gance sich auch in Amerika Chancen ausrechnete.
1921 präsentierte er den Film einem ausgesuchten Publikum, darunter auch D.W. Griffith und die Gish-Schwestern, in einer Sondervorführung in New York. Doch die US-Verleiher liessen den Film für das breite Publikum neu schneiden, so dass seine Antikriegsbotschaft in eine militaristische Aussage verändert wurde.
Gance drehte den Film 1938 ein zweites Mal, als Protest angesichts einer erneuten Kriegsgefahr.
Erhältlich: