Avoir 20 ans dans les Aurès

Originaltitel:
Avoir 20 ans dans les Aurès
Weitere Titel:
To Be Twenty in the Aures, (Mit zwanzig Jahren in den Aures)
Produktionsland / Jahr:
Originallänge:
100 min. , Farbe
Uraufführung:
May 1972, Cannes Film Festival
Literarische Vorlage:
Produzent:
Musik:
Weitere Personen:
Zusammenfassung:
Im Frühjahr 1961 wird ein französischer Stoßtrupp zur Zerstörung eines Medikamentenlagers der algerischen Befreiungsbewegung eingesetzt. Mit Ausnahme des Vorgesetzten Perrin sind alle Mitglieder eingezogene Soldaten aus der Bretagne und gesammelt gegen den Krieg. Die ungewohnten Bedingungen der Wüsteregion machen den Männern schwer zu schaffen.
Je länger sie den Schrecken und Grausamkeiten des Krieges ausgesetzt sind und töten müssen, um nicht selbst getötet zu werden, desto mehr entwickeln sich die anfangs friedliebenden Männer zu skrupellosen Tötungsmaschinen. Als ein Gefangener der algerischen FLN-Rebellen zur Demütigung den Tag vor seiner Hinrichtung in sengender Hitze an einen Sendemast gebunden wird, entschließt sich einer der Soldaten dem unmenschlichen Kommando seines Perrins zu entfliehen. Er nimmt den Gefangenen mit auf seine Flucht.
Literatur:
Alain-Gérard Slama. La guerre d'Algérie: Histoire d'une déchirure. Paris: Gallimard, 1996.
Bemerkungen:
Regisseur Vautier, Bretone und überzeugter Kommunist, hatte schon länger nach einer Geschichte aus dem Algerienkrieg gesucht, einem Krieg, den er stets als falsch betrachtet hatte. Die Kriegserinnerungen eines Veteranen regten ihn zu diesem Film an: „Ein junger Soldat soll einen algerischen Gefangenen bewachen, der am nächsten Tag hingerichtet werden soll. Der Soldat schlägt sich auf die Seite des Gefangenen und zu zweit fliehen sie zu den Rebellen“. Die Hauptfigur Noël trägt Züge dieses Soldaten.
Aber Vautier wollte keinen Film über eine Ausnahmefigur machen, sondern über die insgesamt drei Millionen für den Krieg eingezogenen Wehrpflichtigen, Reservisten und Familienväter, die in Algerien Dinge taten, die sie niemals für möglich gehalten hätten. Vautier interviewte 500 von ihnen. Aus 680 Stunden Material entstand ein roter Faden mit Szenenfolge. Wichtig war ihm, dass jede geschilderte Situation eines Zeitzeugen von mindestes vier weiteren bestätigt werden konnte.
Für den bretonischen Stoßtrupp suchte sich Vautier zwei Theaterformationen. Da die Schauspieler keine im Drehbuch festgelegten Rollen hatten, erhielten sie viel Platz für Improvisationen und wurden in die Szenenentwicklung miteinbezogen. Dennoch musste alles den Zeugenaussagen entsprechen.

In Cannes gab es 1972 zur Premiere für den Skandalfilm des Festivals demonstrativ den Preis der Internationalen Filmkritik, den FIPRESCI Prize.
Erhältlich: