Alfred Grasel kommt als ein uneheliches Kind 1926 in Wien zur Welt. Sein Vater ist Jude und seine Mutter gibt ihn kurz nach der Geburt an einer Kinderübernahmestelle ab. Bis 1938 lebt Alfred bei verschiedenen Pfelgefamilien. Nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten zeigt seine Pflegemutter ihn wegen Diebstahls an, da ein halbjüdisches Kind der Familie zu gefährlich ist. Alfred kommt in die NS-Erziehungsanstalt Mölding, dann in die Euthanasieanstalt "Am Spiegelgrund". Zweimal versucht er wegzulaufen, dann wird er von SS-Arzt Heinrich Gross mit Injektionen ruhig gestellt. Anschließend kommt er in das Jugendkonzentrationslager Moringen in Deutschland. Hier arbeitet er von 1942 an in einer unterirdischen Munitionsfabrik. Kurz vor Kriegsende hat er einen schweren Unfall und kehrt als Invalide mit 19 Jahren nach Wien zurück. Erst 50 Jahre nach dem Krieg und nach dem Tod seiner Frau kann Alfred Grasel seinen Kindern seine Leidensgeschichte erzählen.