Das radikal Böse

Originaltitel:
Das radikal Böse
Produktionsland / Jahr:
Originallänge:
96 min , Farbe
Uraufführung:
Oct 2013 (47. Hofer Filmtage, Austria); Kinostart in Deutschland: 16. Januar 2014; in Österreich am 17. Januar 2014
Literarische Vorlage:
Buch:
Schnitt:
Musik:
Weitere Personen:
Zusammenfassung:
„Es gibt die Ungeheuer, aber sie sind zu wenig, als dass sie wirklich gefährlich werden könnten. Wer gefährlich ist, das sind die normalen Menschen.“
Beginnend mit diesem Zitat von Primo Levi geht der Film mit unterschiedlichsten filmischen Methoden der Frage nach, wie aus jungen Männern, die "ganz normale" Leben führten, brutale Täter in deutschen Einsatzgruppen während des Zweiten Weltkriegs werden konnten. Es werden Interviews mit Wissenschaftlern, nachgestellte Szenen aus dem Alltag, aktuelle Aufnahmen der Schauplätze, historische Bilder ergänzt um Zitate aus Briefen, Tagebüchern und Prozessakten miteinander kombiniert, so dass eine Kollage entsteht, die sic hin erster Linie mit den Tätern des Reserve-Polizei-Bataillons 101 beschäftigt. Dieses Batallion erschoss während des so genannten "Unternehmens Barbarossa" mindestens 38.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder in einem Zeitraum zwischen 1941 und 1943. Aber auch andere Täter werden vorgestellt. Die akribische Bürokratie der Vorgänge wird dabei deutlich - das radikal Böse.
Literatur:
Bemerkungen:
Hintergrund des Films ist die Frage nach dem "Warum?". Der Regisseur interessierte sich besonders für die Frage der Motivation. Neben der historischen Dokumentation gebe der Film auch die Möglichkeit, für die Gegenwart etwas aus der Diskriminierung der Opfer zu lernen.

Der Film wurde zum Teil kritisiert, da er zahlreiche Quellen nicht angebe und bei Interviewpartnertn nicht sorgfältig deren Hintergrund recherchiert habe und diese somit nicht immer relevant oder glaubwürdig seien. Auch gebe er keine Antwort auf die Frage, wie aus der Katastrophe gelernt werden könne, wie solche zukünftig zu vermeiden seien.

Positiv wird bewertet, dass der Film dem Zuschauenden seine eigen Verantwortung bewusst mache und großes Diskussionspotential biete. Lobend wird erwähnt, dass kaum ein anderer Film so dezidiert an das Thema herangehe und zeige, dass die Täter eben keine Monster gewesen seien, sondern durchschnittliche Männer mit "ganz normalen" Leben.
Erhältlich:
DVD