Birth of a Nation

Originaltitel:
Birth of a Nation
Weitere Titel:
The Clansman, (Die Geburt einer Nation)
Produktionsland / Jahr:
Originallänge:
165 min. , schwarz / weiss
Uraufführung:
8 February 1915, Los Angeles
Literarische Vorlage:
Thomas F. Dixon. The Clansman. New York: Doubleday, Page, 1903.
Kamera:
Schnitt:
Musik:
Weitere Personen:
Zusammenfassung:
Die Stonemans aus Pennsylvania und die Camerons aus South Carolina sind zwei befreundete Familien. Die beiden Stoneman-Brüder Phil und Ted werden von den Camerons eingeladen ihre Ferien mit ihnen in Piedmont zu verbringen. Während ihres Aufenthalts verliebt sich Phil in Magaret, die ältere der beiden Cameron-Töcher. Er zeigt seinem Südstaaten-Freund Ben Cameron ein Bild seiner Schwester Elsie, vergisst aber das Bild wieder an sich zu nehmen, so dass Ben es einsteckt. Als der Bürgerkrieg ausbricht, marschieren die Söhne beider Familien auf verschiedenen Seiten in den Krieg. Nordstaatentruppen überfallen Piedmont, werden aber von den Südstaaten zurückgedrängt. Auf dem Schlachtfeld treffen sich die Freunde, der junge Cameron und die beiden Stoneman-Brüder. Doch ehe sie ihre Freundschaft erneuern können, werden sie getötet. Ben, mittlerweile Colonel, wird verletzt, von Unionstruppen gefangengenommen und in ein Krankenhaus gebracht. Dort erkennt er die Schwester der Stoneman-Brüder, Elsie, deren Foto er immer noch bei sich trägt und die dort als freiwillige Krankenschwester arbeitet.
Stoneman bestellt seinen Protege Silas Lynch zu seinem Stellvertreter und überträgt ihm die Geschäfte der Stadt Piedmont. Lynch, ein Schwarzer, beschimpft die weissen Bürger der Stadt, die sich daraufhin zum Ku Klux KLan zusammenschließen und sich für die Ungerechtigkeiten rächen wollen. Lynch hat auch Pläne für Elsie, die er zu seiner Frau machen will. Im dramatischen Finale hält Lynch Elsie gefangen, während Ben sämtliche Klan-Männer um sich schart, um Elsie zu befreien und Lynchs Truppen aus Piedmont zu jagen.
Literatur:
Robert Lang (Ed.). The Birth of a Nation. D.W. Griffith. New Braunswick: Rudgers University Press. 1994 (Rudgers Films in Print 21).

Theodore Huff. A shot analysis of D. W. Griffith's "The birth of a nation". New York: Museum of Modern Art, Film Library, 1961.
Bemerkungen:
Die Darstellung Schwarzer und die Verherrlichung des Klans führten zu heftigen Reaktionen: in einigen Städten protestierten schwarze Bürgerrechtler gegen den Film, teilweise kam es sogar zu Ausschreitungen. So gesehen trug Griffiths Film sogar zur Gründung der „National Association for the Advancement of Coloured People“ bei. Sein späterer Film „Intolerance“ kann als eine Art Wiedergutmachung betrachtet werden.

Bis heute gelobt wird der Film für seine damals neuartige Gegenschnitt-Technik: der raffinierte Wechsel von extremen Totalaufnahmen zu Naheinstellungen unterstützt mit seinem suggestiven Rhythmus den Ablauf der Handlung.

„Birth of a Nation“ hat von Anfang an Proteste und Aufstände ausgelöst, war stets ein Film, der das Publikum spaltete. Noch 1995 sagte Turner Classic Movies die Vorführung einer restaurierten Fasssung ab - aus Angst vor Rassenunruhen vor dem Hintergrund des Urteils im O.J. Simpson Prozess.
Erhältlich:
VHS, DVD