Shoah

Originaltitel:
Shoah
Produktionsland / Jahr:
Originallänge:
566 min. , Farbe
Uraufführung:
USA: 23 October 1985
Literarische Vorlage:
Buch:
Produzent:
Musik:
Darsteller (Rolle):
Weitere Personen:
Zusammenfassung:
Umfassende Dokumentation über die systematische Vernichtung der europäischen Juden durch die Nationalsozialisten, die ohne historisches Material und optische Schockeffekte auskommt. Über einen Zeitraum von sechs Jahren hat Regisseur Lanzmann mit Deutschen und Polen, Tätern und Opfern lange Interviews geführt und zu sie zu ihren Erlebnissen befragt. Die Interviews werden unterbrochen von Bildern der Orte, an denen der Holocaust stattfand, keine historischen, sondern Bilder, die die Orte heute zeigen. Gras und Blumen wachsen auf den Massengräbern, die Gleise über die Züge in die Konzentrationslager rollten sind noch immer in Betrieb, die Lager selbst machen den Eindruck einer verfallenen Industrieanlage.
Literatur:
Marianne Hirsch, Leo Spitzer. „Gendered Translations. Claude Lanzmann's 'Shoah’“. In: Miriam Cooke, Angela Woollacott (eds.). Gendering War Talk. Princeton, NJ: Princeton UP, 1993, 3-19.

Karl A. Plank. „The Survivor’s Return: Reflections on memory and places“. Judaism 38 (1989), 3, 263-277.

Claude Lanzmann. "Shoa". Paris: Fayard, 1985, 220 S.

Bernard Cuau (u.a.). "Au sujet de Shoa. Le film de Claude Lanzmann". Paris: Belin, 1990, 316 S.

Silke Schneider (Ed.). "Formen der Erinnerung. Eine Diskussion mit Claude Lanzmann. Ein anderer Blick auf Gedenken, Erinnern und Erleben. Eine Tagung". Marburg: Jonas-Verlag, 1998, 93 S.
Bemerkungen:
Lanzmann sammelt keine Daten, er kümmert sich nicht um Zahlen und nicht um Chronologie. Stattdessen beteiligt er den Zuschauer am Prozeß der Erinnerung und konfrontiert ihn auf direkte und schmerzhafte Weise mit den Augenzeugen. Es sind ehemalige Häftlinge, ihre Bewacher, Helfershelfer und Zuschauer. Einige Gespräche wurden mit versteckter Kamera aufgenommen, vor allem im Falle der Täter, da manche Befragte nur bereit waren Auskunft zu geben, wenn sie unerkannt bleiben oder sich nur zu einen informellen Treffen bereit erklärt hatten.
Lanzmann ist ein sehr geduldiger, teilnahmsvoller aber ebenso hartnäckiger Zuhörer, der den Befragten, die sich zum Teil unvermittelt längst verdrängten Erinnerungen stellen müssen, auch immer wieder Zeit gibt, sich zu sammeln, zu schweigen und doch nie nachlässt.

Gewann 1986 zahlreiche Preise, unter ihnen zum Beispiel den "César Award".
Erhältlich:
VHS, DVD