Diese Bilder verfolgen mich - Dr. Med. Alfred Jahn

Originaltitel:
Diese Bilder verfolgen mich - Dr. Med. Alfred Jahn
Weitere Titel:
These images haunt me - Dr. Med. Alfred Jahn
Produktionsland / Jahr:
Originallänge:
100 min. , Farbe
Uraufführung:
10 February 2004
Literarische Vorlage:
Buch:
Produzent:
Kamera:
Schnitt:
Musik:
Darsteller (Rolle):
Weitere Personen:
Zusammenfassung:
Regisseur Grabe porträtiert den Landshuter Kinderarzt Alfred Jahn, der seit seinen Urlaub in Ruanda verbringt, wo er unentgeltlich Kinder operiert.
Die langen, ruhigen Kameraeinstellungen zeigen Dr. Jahn im kargen Operationssaal des Zentralkrankenhauses von Kigali, der Hauptstadt Ruandas, am Operationstisch stehen, auf dem Kinder liegen und warten - auf die Narkose, auf die Operation, mit Angst in den Augen, die aber bald der Neugier weicht, der Entspannung und dann sogar einem Ausdruck von Vertrauen.
1996 fiel Jahn eine Anzeige ins Auge: Ruanda, dieses vom Bürgerkrieg und Völkermord des Jahres 1994 gezeichnete kleine zentralafrikanische Land, brauchte dringend Chirurgen. 1997 begann Alfred Jahn mehrmals im Jahr in seinem Urlaub und weitgehend auf eigene Kosten nach Ruanda zu reisen, um hier, wo es keinen Kinderchirurgen gibt, unentgeltlich zu operieren. Ungewöhnlich für Afrika: Jahn arbeitet weder im Rahmen und Auftrag einer Organisation, noch steht ihm ein mitgebrachtes Team zur Seite. Er muss seiner Fähigkeit vertrauen, das einheimische Personal zu motivieren und Mängel der technischen Ausstattung durch Erfahrung auszugleichen, die er im In- und Ausland über Jahrzehnte erworben hat.
Literatur:
Bemerkungen:
Eine wohl einmalige Wechselwirkung der Arbeit eines Arztes und der eines Regisseur: 1966 war es Grabes erster Vietnam-Film („Die Helgoland in Vietnam“), der Jahn den Anstoß gab, als chirurgischer Assistenzarzt nach Vietnam zu gehen. Vier Jahre später kam es zur ersten persönlichen Begegnung auf dem deutschen Hospitalschiff „Helgoland“ in Da Nang, einem Zentrum des Vietnam-Krieges. Vor der Kamera erklärte Jahn die Kriegsverletzung seiner zivilen Patienten („Nur leichte Kämpfe im Raum Da Nang“).
1983 suchte ihn Grabe in Landshut auf („Lebenserfahrungen: Dr. med. Alfred Jahn - Kinderchirurg in Landshut“). Dort war Jahn Chefarzt im Kinderkrankenhaus geworden. Von Selbstzweifeln geplagt fragte er sich, ob er bei kranken Kindern, wie er sie in Vietnam und Thailand gesehen und behandelt hatte und die ohne ihn wohl nie im Leben behandelt worden wären, nicht viel nötiger gebraucht würde: „Diese Bilder verfolgen mich“.
Wie in dieser Arbeit und der davor entstandenen Langzeitbeobachtung „Do Sanh - der letzte Film“ hat Grabe auch diesmal das Lebensbild eines von ihm selbst entdeckten und persönlich wie filmisch über Jahrzehnte im Auge behaltenen Menschen gestaltet.
Erhältlich: