Alain Delon als französischer Antiquitätenhändler in Paris, dem seine Namensgleichheit mit einem jüdischen Widerstandskämpfer unter der deutschen Besatzung 1942 zum Verhängnis wird. - Joseph Losey drehte eine kafkaeske Parabel über Identitätsverlust, Mitläufertum und die Schuld des Einzelnen an den politischen Verbrechen seiner Zeit.
Im besetzten Paris von 1942 bereichert sich der katholische Antiquitätenhändler Robert Klein skrupellos an den Notverkäufen wohlhabender Juden, die das Land fluchtartig verlassen müssen. Als ihm eines Tages eine Ausgabe des jüdischen Informationsblattes zugestellt wird, erfährt er nach einigen Nachforschungen von der Existenz eines jüdischen Namensvetters, der diese Namensgleichheit für seine Arbeit in der Widerstandsbewegung zu benutzen scheint. Alarmiert beginnt Monsieur Klein, jede Spur des anderen zu verfolgen. Dabei macht er aber nur die mit den deutschen Besatzern eng zusammenarbeitenden französischen Behörden auf sich und seine scheinbar zweifelhafte arische Identität aufmerksam. In seinem Identitätsgefühl verunsichert, wird die Suche nach dem anderen Ich zur Obsession: Monsieur Klein wählt schließlich das ihm aufgedrängte Schicksal und lässt sich mit 15.000 zusammengetriebenen Pariser Juden ins KZ deportieren.
1977 ausgezeichnet mit zwei Césars für den besten Film und die beste Regie ist "Monsieur Klein" für Cineasten längst ein Klassiker, der die Rolle des "unpolitischen" Einzelnen in einem Unrechtsstaat vielschichtig reflektiert. Unter der Regie des 1984 gestorbenen Amerikaners Joseph Losey ("Der Mittler", "Nora") überzeugt Alain Delon als Täter, der zum Opfer wird.