Was bleibt, wenn der Krieg vorbei ist und die Medien einen neuen Schauplatz brauchen? Dieser Frage geht Regisseur Eduard Erne nach, wenn er der jungen Indira Berisha zurück in ihre Heimat im Kosovo folgt und sie an die Orte des einstigen Schreckens begleitet.
Im Frühjahr 1999 musste mit Indira mit ihrer Familie fliehen, die Brutalitäten und Erniedrigungen, die sie auf der Flucht ertragen musste, hielt sie in einem Tagebuch fest.
Im Film vermengen sich Erinnerungen, Szenen aus dem Heute und Auszüge aus dem Tagebuch zu einer Chronik einer Vertreibung. „Langsam verliere ich mich selbst“, schreibt Indira etwa am 19. April 1999 in einem mazedonischen Flüchtlingslager. „Wenn die Seele von etwas berührt werden könnte, würde meine Seele dabei etwas fühlen?“
Erne hat Indira bei ihrer Rückkehr in ihr altes Dorf im Jahr 2000 und auf der Suche nach ihrem Vater begleitet. Den Versuchen der Familie, ein neues Leben zu beginnen, werden Erinnerungen gegenübergestellt. Erinnerungen, die deutlich machen, dass der Krieg auch nach dem Krieg nicht vorüber ist.