Novemberverbrecher

Originaltitel:
Novemberverbrecher
Weitere Titel:
Novemberverbrecher - Eine Erinnerung
Produktionsland / Jahr:
Originallänge:
85 min.
Uraufführung:
10 November 1968
Literarische Vorlage:
Produzent:
Kamera:
Schnitt:
Musik:
Weitere Personen:
Zusammenfassung:
Seit im November 1918 in Berlin die deutsche Republik ausgerufen wurde und das Signal eines französischen Trompeters den Ersten Weltkrieg beendete, geht das Schlagwort „Novemberverbrecher“ um. Deutschnationale Kreise benutzen es, um die Politiker, Parteien und Gruppen, die 1918 den Schlussstrich unter die Niederlage des Reiches gezogen haben, zu Schuldigen zu stempeln. In fiktiven Interviews nehmen Politiker, Generäle, einfache Soldaten und poltische Beobachter zur Situation Stellung.
Literatur:
Bemerkungen:
Dieter Meichsner und Karlheinz Dederke erfanden mit „Novemberverbrecher“ einen besonderen Stil des politischen Fernsehspiels, indem sie künstlerische Gestaltung mit Information aus historischen Quellen verbinden. In ihrem Dokumentarspiel stellen sie Interviews, Diskussionen und Verhandlungen jener Tage nach, als habe es die Möglichkeit moderner Fernseh-Berichterstattung schon damals gegeben. Auf der Grundlage historischer Dokumente inszenieren sie Interviews mit Vertreter des Reichstags, der Obersten Heeresleitung, Soldaten und Journalisten. Die Gegenüberstellung der Aussagen macht nicht nur die Gegensätze der Personen anschaulich, sondern vermittelt einen Eindruck der Atmosphäre der Zeit und des Geistes der damals handelnden Personen. Detailliert beschreibt der Film die Auseinandersetzungen zwischen Reichs-Regierung und Oberster Heeresleitung über den Waffenstillstand und die Bedingungen des amerikanischen Präsidenten Wilson, die um die Frage kreisten, ob ein Weiterkämpfen mit Aussicht auf Erfolg noch möglich war. In diesem Zusammenhang schildert er die Meuterei der deutschen Hochseeflotte und die Folgen der Dolchstosslegende.

DAG Fernsehpreis 1969.
Erhältlich: