Lawrence of Arabia

Originaltitel:
Lawrence of Arabia
Weitere Titel:
(Lawrence von Arabien)
Produktionsland / Jahr:
Originallänge:
216 min. , Farbe
Uraufführung:
GB: 10 December 1962
Literarische Vorlage:
Thomas Edward Lawrence. The Seven Pillars of Wisdom. A triumph. London: M. Pike with the assistance of H. J. Hodgson, 1926.
Regie:
Produzent:
Weitere Personen:
Zusammenfassung:
Kairo 1917, Hauptquartier der britischen Armee: Leutnant Lawrence, 29 Jahre alt, langweilt sich auf seinem Schreibtischposten. Für seine Kameraden ist er ein überdrehter Außenseiter mit masochistischen Neigungen, die er in kleinen Spielereien auslebt, etwa indem er ein Streichholz zwischen seinen Fingern abbrennen läßt. Als ihm Dryden, ein zynischer Diplomat des Arab Bureau, einen Auftrag in der arabischen Wüste offeriert, zögert Lawrence nicht einen Moment. Er soll als Verbindungsoffizier zwischen Briten und Arabern den Fortschritt des arabischen Aufstands gegen die Türken, die Stärke der unter Prinz Feisal kämpfenden Stämme und Feisals langfristige Pläne in Arabien beurteilen. In Arabien angekommen, freundet er sich mit dem Sherifen Ali Ben El Kharish an, der ihn zunächst jedoch nur für einen weiteren wüstenvernarrten Engländer hält. Mit diplomatischem Geschick und Bestechung gelingt es Lawrence, die rivalisierenden arabischen Stämme der Prinzen Feisal und Auda Abu Tayi für den Kampf gegen die Türken zu gewinnen. Durch die erfolgreiche Einnahme der von den Türken besetzten Festung Aqaba, wird er für die Araber zum rettenden Heilsbringer. Seine Vorgesetzten betrachten ihn hingegen als nützliche Marionette, um den arabischen Widerstand gegen die Achsenmächte aufrecht zu erhalten. Lawrence, der mittlerweile Gefallen an seinem eigenen Mythos gefunden hat, begibt sich auf eine Spionage Mission nach Deraa. Doch er hat sein Glück schon zu sehr in Anspruch genommen. Er wird erkannt, von den Türken gefangen genommen und vom sadistischen Bey grausam gequält. Ali befreit ihn und Lawrence kehrt nach Kairo zurück, um seine Vorgesetzten „um einen ganz normalen Posten für einen ganz normalen Mann“ zu bitten. General Allenby gelingt es, Lawrence umzustimmen und verspricht, Damaskus nach der Eroberung den Arabern zu überlassen. Mit einer neuen Truppe Araber zieht Lawrence gegen Damaskus. Auf dem Weg dorthin begegnet ihnen ein türkisches Kontigent, das kurz zuvor die Bewohner eines Dorfes grausam massakriert hat. In einen Anfall von Rachsucht und gegen den Rat Alis lässt Lawrence unter der Losung „keine Gefangenen“ angreifen.
Sie erobern Damaskus und verlieren es gleich wieder, da im Moment des Erfolgs die alten Streitigkeiten der Araber wieder aufbrechen und die Beduinen sich als unfähig erweisen, eine moderne Großstadt wie Damaskus zu leiten. Auda beschließt, in die Wüste zurückkehren, Ali jedoch ist entschlossen "Politik zu lernen".
Bei einem Besuch im völlig überfüllten Militärlazarett, in dem die Kriegsgefangenen von Pflegern und Ärzten sich selbst überlassen wurden, erkennt Lawrence, dass seine Anstrengungen umsonst waren. Hysterisch lachend bricht er zusammen.
Seine Kommandeure und Prinz Feisal haben nur auf das Auseinanderfallen des "Arabischen Rates" gewartet und teilen sich in einem faulen Kompromiß die Beute. Lawrence ist sich nun seiner Nutzlosigkeit bewußt und läßt sich widerspruchslos nach England zurückversetzen.
Schlagworte:
Literatur:
Jeremy Wilson. Lawrence von Arabien. Die Biographie. München: List, 2000.

Steven C. Caton. Lawrence of Arabia. A Film's Anthropology. Berkeley: Univ. of California Press, 1999.
Bemerkungen:
1962 für zehn "Oscars" nominiert, von denen er sieben gewann (bester Film, bester Schauspieler, beste Ausstattung, beste Regie, beste Kamera, bester Schnitt, beste Musik). Seit Jahrzehnten in der Liste der 100 besten amerikanischen Filme.

Leans Originalversion war lediglich auf der Premiere in London zu sehen. Für die Verleihversion wurden zunächst 20 Minuten und 1971 nochmals 15 Minuten herausgeschnitten. Erst 1990 kam eine um 30 Minuten verlängerte Fassung in die Kinos, rekonstruiert von Richard A. Harris und autorisiert von David Lean.

Michael Wilson war ursprünglich nicht als Co-Autor genannt, erst 1978 wurde sein Credit von WGA wieder hergestellt.
Erhältlich:
VHS, DVD