Das Todeslabyrinth: Der Krieg im Schützengraben
Spiegel TV Dokumentation über den Stellungskrieg des Ersten Weltkrieges.
Insgesamt 15 Millionen Opfer soll der Erste Weltkrieg gefordert habe- hunderttausende auf den so genannten „Flanders Fields“ im Umland der belgischen Stadt Ypern. Nachdem beide Seiten keine großen Geländegewinne mehr erzielen konnten, erstarrte der Krieg zum Stellungskrieg. Die Soldaten suchten Schutz vor den dauernden Gefahren durch feindlichen Beschuss mit Granaten, Giftgas und Gewehrfeuer und huben so Schützengräben aus, die mit der Zeit ein immer weiter ausgereiftes Verteidigungssystem bildeten. So entstand nach und nach ein Labyrinth aus Schützengräben, Versorgungslinien und Bunkern, das eine Gesamtlänge von ca. 24.000 Kilometern besaß und das für die eingesetzten Soldaten für lange Zeit zum einzig sicheren Platz im industriellen Krieg wurde.
Doch auch im Graben lauerten Gefahren. Neben den natürlichen „Feinden“ Wasser und Ratten wurden mit der Zeit immer ausgefeiltere Techniken zur Überwindung der Stellungen entwickelt. Scharfschützen, Panzer und gezielte Bombardement stellten Bedrohungen selbst in diesem ausgefeilten Verteidigungsstellungen dar.
Ein Ausgrabungsteam von Archäologen und Historikern hat sich nun vorgenommen, dieses unterirdische Schlachtfeld freizulegen. Zehn Tage lang versucht das Forscherteam Erkenntnisse über das Leben und Sterben der Soldaten in ihren Gräben zu erforschen, bevor eine geplante Autobahn diese letzten Spuren vernichten wird. Sie erhoffen sich dabei weiterer Einblicke in die Schwierigkeiten des Grabenkampfes und die Anpassung der Lebensumwelt und der Lebensgewohntheiten der Soldaten an diese Bedingungen und Gefahren. Spiegel TV begeleitet die Wissenschaftler auf ihrer Ausgrabung und erläutert die Ergebnisse ihrer Arbeit
Reenactment-Szenen veranschaulichen auf eindrucksvolle Weise das Kampfgeschehen und das Leben der Soldaten in den Schützengräben und ergänzen so die Dokumentation plastisch.