The Americanization of Emily

Originaltitel:
The Americanization of Emily
Weitere Titel:
Emily, (Nur für Offiziere)
Produktionsland / Jahr:
Originallänge:
117 min. , Farbe
Uraufführung:
27 October 1964
Literarische Vorlage:
William Bradford Huie. The Americanization of Emily. New York: Dutton, 1959.
Produzent:
Schnitt:
Weitere Personen:
Zusammenfassung:
Charles Madison ist ein junger Navy-Offizier, der in den Tagen unmittelbar vor der Landung der Alliierten in der Normandie für einen der Generäle arbeitet, die die Invasion vorbereiten. Als Gegenleistung für diesen „Druckposten“ organisiert Madison alles, was der Admiral begehrt vom besten Whiskey bis hin zu jungen Mädchen.
Bei einer seiner Beschaffungstouren lernt die englische Soldatenwitwe Emily kennen. Eigentlich verabscheut Emily Amerikaner, doch mit seiner aus Charm und seiner „Philosophie der Feigheit“ gewinnt Madison ihr Herz. Er erklärt ihr, dass wenn alle Feiglinge wären, der Krieg garnicht möglich sei, deswegen sei er ein Feigling und stolz darauf. Doch als er Emily gerade für sich gewonnen hat, droht eine Idee seines Admirals sein Überleben aufs Spiel zu setzen. Dieser hat sich in den Kopf gesetzt, dass der erste Soldat der auf Omaha Beach fällt ein Matrose sein muss, um zu zeigen, dass die Navy die tapfersten Soldaten stellt. So findet sich Madison plötzlich in vorderster Linie am Strand. Zwar wird er zunächst vermisst gemeldet, hat aber überlebt und muss seiner Rückkehr nach England, obwohl er sich zunächst weigert, den Vorzeige-Kriegshelden spielen. Am Ende fügt er sich in sein Schicksal und kehrt in die USA zurück, um dort für die nächste Kriegsanleihe zu werben. Auch Emily hat ihre Meinung geändert. Was nützt ihr ein mutiger Mann, der der Welt die Wahrheit über das Sterben an Omaha Beach erzählt und dafür ins Gefängnis wandert. Sie möchte einen Mann, der bei ihr zu Hause bleibt, auch wenn der deswegen den (falschen) Helden geben muss.
Literatur:
Lawrence H. Suid. Guts and Glory. The making of the American military image. Lexington: The University Press of Kentucky, 2002, 206-210.
Bemerkungen:
Als erste große Hollywood-Produktion, in der ein amerikanischer Soldat stolz und offen für die Feigheit eintrat, erregte der Film einiges Aufsehen. Schon bei den ersten Vorführungen in New York wurde das Publikum „fuchsteufelswild“, wie Regisseur Hiller bemerkte, der einige gute Freunde verloren hatte, weil der respektlose Blick des Film deren heroische, tugendhafte und ritterliche Vision des Krieges befleckt habe. Zu seiner Verteidigung entgegnete er den Kritikern, dass er Tugend, Ehrenhaftigkeit und Ritterlichkeit im Zusammenhang mit Krieg für völlig deplaziert halte, und allein ein satirisches Lachen die einzig logische Antwort sein könne.
1964 war die Navy offensichtlich nicht bereit über sich selbst zu lachen, so dass Hiller garnicht erst um Unterstützung für die Strandszenen nachsuchte. Die Navy verbot die Vorführung des Films auf sämtlichen Stützpunkten.
Andere Kritiker beklagten, der Film habe sei nicht konsequent geblieben und das Ende allzu sehr entschärft worden.

War 1965 in zwei Kategorien für den „Oscar“ nominiert.
Erhältlich:
VHS