Hangmen Also Die

Originaltitel:
Hangmen Also Die
Weitere Titel:
(Auch Henker sterben), Lest We Forget
Produktionsland / Jahr:
Originallänge:
140 min. , schwarz / weiss
Uraufführung:
23 March 1943
Literarische Vorlage:
Regie:
Weitere Personen:
Zusammenfassung:
Tschechische Widerstandskämpfer verüben in Prag ein Attentat auf den „Reichsprotektor“ Reinhard Heydrich. Svoboda, einer der Attentäter, kann mit Hilfe des Mädchens Mascha entkommen. Die Nazis erklären den Ausnahmezustand und kündigen die Exekution von Geiseln an. Svoboda will sich stellen, doch der Führer der Widerstandsbewegung stimmt ihn um: Er habe eine Hinrichtung im Namen des Volkes vollzogen. Die Gestapo ist Svoboda auf der Spur, doch kurz vor der Verhaftung wird der Inspektor getötet. Die Widerstandsgruppe spielt den Nazis Indizien zu, die auf den Spitzel Czeka deuten; er wird hingerichtet, obwohl die Gestapo weiß, dass er nicht der Täter ist.
Literatur:
Michael Töteberg. Fritz Lang. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1989.

Joachim Schmidt-Sasse (Ed.). Widergänger. Faschismus und Antifaschismus im Kino. Münster: MAkS Publikationen, 1993 (Film- und Fersehwissenschaftliche Arbeiten).

Hans J. Wulff (Ed.). Filmbeschreibungen. Münster: MAkS Publikationen, 1985.

Filmkritik (7) 1975.

Jürgen Schebera. "Hangmen also die" (1943). Hollywood's Brecht-Eisler collaboration. In: Historical Journal of Film, Radio and Television 4 (1998), 18, 567-575.
Bemerkungen:
Langs einzige Zusammenarbeit mit seinem Freund Bertolt Brecht, für den es wiederum das einzige realisierte Hollywood-Projekt darstellt. Brecht, der aus finanziellen Gründen auf die Arbeit angewiesen war, war mit dem Resultat alles andere als zufrieden. Er hatte die Geschichte eines Widerstandskollektivs erzählen wollen und warf Lang vor, zu sehr auf Actionelemente zu setzen, um stattdessen den Kampf einzelner bürgerlicher Patrioten zu zeigen.

Für die Filmmusik wurde Hanns Eisler mit einem Oscar ausgezeichnet.

Einige Details des Films entsprechen nicht den historischen Tatsachen, was nicht verwunderlich ist, denn im Jahr 1942 waren exakte Informationen über das Attentat auf Heydrich schwerlich zu bekommen.
Im Film drohen die Besatzer 400 Geiseln zu erschiessen, sollte ihnen der Attentäter nicht ausgeliefert werden. Tatsächlich erschossen Soldaten der SS alle männlichen Bewohner des Dorfes Lidice, aus dem zwei der Attentäter stammten. Frauen wurden in Konzentrationslager gebracht, die Kinder in Heime gesteckt. Das Dorf selbst wurde zunächst geplündert, dann niedergebrannt, die Reste gesprengt, das gesamte Gelände anschließend umgepflügt. 483 Einwohner kamen ums Leben.
Erhältlich:
VHS, DVD