Le Chagrin et la Pitié

Originaltitel:
Le Chagrin et la Pitié
Weitere Titel:
Das Haus nebenan - Chronik einer französischen Stadt im Kriege, Zorn und Mitleid, The Sorrow and the Pity
Produktionsland / Jahr:
Originallänge:
270 / 219 min. , Farbe
Uraufführung:
D: 18 September 1969
F: 5 April 1971
Literarische Vorlage:
Schnitt:
Musik:
Darsteller (Rolle):
Weitere Personen:
Zusammenfassung:
Indem er Interviews, Wochenschauausschnitte und Stücke aus Nazi-Propagandafilmen kompiliert, erzählt Marcel Ophüls die Geschichte Frankreichs unter deutscher Besatzung am Beispiel der Stadt Clermont-Ferrand, eine Stadt mit 150.000 Einwohnern in der Nähe von Vichy. 36 Zeitzeugen erzählen ihre jeweils eigene Version der damaligen Ereignisse. Es sind ehemalige deutsche Besatzungssoldaten, Kollaborateure und französische Aristokraten mit faschistischen Neigungen, liberale Demokraten, britische Spione, Fabrikbesitzer, Mittelklasseangehörige, Angehörige der SS-Division Charlemagne sowie Bauern aus dem Widerstand. Durch diese Montage entsteht ein vielschichtiges Bild von Anpassung und Widerstand.
Der erste Teil, „der Zusammenbruch“, zeichnet die politische Krise der französischen Bourgeoisie nach: ihr Auseinanderfallen angesichts der deutschen Armee und die Zweiteilung Frankreichs in eine besetzte und eine freie Zone. Der zweite Teil, „Die Wahl“, handelt vom Widerstand gegen das Regime, seinem Zerfall und seiner Niederlage.
Literatur:
Bemerkungen:
„Le Chagrin et la Pitié“ löste in Frankreich eine große Kontroverse aus, rührte er doch am nationalen Mythos, dass das ganze Land während der deutschen Besatzung im Widerstand um die nationale Freiheit gekämpft habe. Vorgesehen war er als zweite Folge einer dreiteiligen Dokumentation über zeitgenössische französische Geschichte. Die ORTF, die staatliche französische Rundfunkgesellschaft, weigerte sich jedoch den Film auszustrahlen, als er 1969 fertiggestellt war. Erst zwei Jahre später, im April 1971, feierte er in einem kleinen Kino im Quartier Latin in Paris seine französische Kino-Premiere.
Dann erwies er sich jedoch als Dauerbrenner: insgesamt 87 aufeinanderfolgende Wochen war er auf Pariser Leinwänden zu sehen. Ein Jahrzehnt lang lief er auf allen namhaften Festivals sowie in renommierten Programmkinos überall in Europa und den USA.
Die eingehenden, vor Ort geführten Interviews in Verbindung mit dem wohldosierten, ironisierenden Gebrauch von Archivaufnahmen beeinflusste eine neue Generation von Filmemachern. 1981, zehn Jahre nach seiner Fertigstellung war Ophüls Film erstmals im französischen Fernsehen zu sehen und erreichte prompt 15 Millionen Zuschauer.

Ausführlicher Artikel zum Film auf:
http://www.wsws.org/de/2001/dez2001/ophu-d06.shtml
Erhältlich:
VHS NTSC, DVD