Zentralfigur dieser Dokumentation ist Nora Kinsky, eine Rotkreuzschwester, die ihr Leben dem Einsatz für Kriegsgefangene gewidmet hatte. Ein halbes Jahr vor Ausbruch der Russischen Revolution reist die böhmische Adlige durch Sibirien, um Kriegsgefangene aus Deutschland und ihrer Heimat zu versorgen. Diese Schwesternreisen hatte die Zarenfamilie ins Leben gerufen, um die Missstände in Gefangenenlagern zu beseitigen und die Einhaltung der Haager Landkriegsordnung zu überwachen.
Unter den Kriegsgefangenen befanden sich auch später berüchtigte Männer, wie Josip Broz Tito, später Marschall und Präsident Jugoslawiens, Roland Freisler, Richter unter Hitler, Ernst Reuter, späterer Bürgermeister von Berlin, Otto Bauer, ein österreichischer Sozialdemokrat, Bela Kun, Schlüsselfigur der ungarischen Räterepublik, der deutsche Autor Edwin Erich Dwinger und die österreichischen Schriftsteller Heimito von Doderer und Jaroslav Hasek.
Alle diese Personen waren von der Russischen Revolution und dem Umbruch, den sie mit sich brachte unmittlebar betroffen.